Von Hendrik Jung
SCHNUPPERTAG Großer Andrang im Taunussteiner Gymnasium
Noch bis Anfang März haben die Schüler der vierten Klassen und deren Eltern Gelegenheit, sich in ihrer Grundschule für eine weiterführende Schule anzumelden. Anlass für das Gymnasium Taunusstein, sich bei einem Schnuppersamstag allen Interessierten von seiner besten Seite zu präsentieren.
"Rap, Rap, Klassenrap ... wir sind heut der Star. Wir grooven bis es nicht mehr geht, denn wir sind die 5a", klingt es den Besuchern des Gymnasiums entgegen. In der Aula präsentiert sich eine der musischen Klassen, von denen jedes Jahr eine aus den Schülern des fünften Jahrgangs zusammengestellt wird.
Für deren Mitglieder steht damit für die kommenden zwei Jahre fest, womit sie sich in ihrer obligatorischen Wahlpflichtstunde beschäftigen. "Sie haben jeweils ein Halbjahr lang eine zusätzliche Wochenstunde in Musik, Kunst und Darstellendem Spiel. Im abschließenden Halbjahr werden dann die darin erarbeiteten Inhalte in einem gemeinsamen Projekt zusammen geführt", erläutert Musiklehrerin Kati Wichler das Konzept.
Und so befindet sich unter den zahlreichen ausgestellten Arbeiten, mit denen sich die Kunstkurse den Besuchern präsentieren, auch das Bühnenbild, das die Schüler einer solchen musischen Profilklasse zu ihrem Orpheus-Projekt gestaltet haben. Allein die Größe ist beeindruckend: Wie eine aufgeschnittene und auseinandergerollte überdimensionale griechische Vase ziehen sich die weißen Darstellungen auf schwarzem Grund über die gesamte Wand eines Kunstraumes.
"Die Schule macht einen guten Eindruck, auch meinen beiden Kindern gefällt der Schnuppertag gut. Allerdings muss ich sagen, wir haben uns mehrere Schulen angesehen und die haben sich alle viel Mühe gegeben. Was mir gut gefällt, sind die beiden Profilklassen. Bei uns käme die Sportklasse in Frage", beurteilt Gerd Müller das Angebot des Gymnasiums.
In der Turnhalle wird beim Volleyball-Turnier ordentlich geschwitzt. An einem der Netze steht der Koordinator des Schulsportzentrums, Andreas Meusel. "Mit der zusätzlichen Zeit können wir auch mal andere Sportarten präsentieren. Ich habe meinen Klassen zum Beispiel Baseball und Flag Football, eine Variante des American Football, vorgestellt. Auch haben wir eine erlebnispädagogische Klassenfahrt gemacht, bei der die Schüler auf selbst gebauten Flößen gefahren sind."
Doch auch alle anderen Fächer stellen sich vor. So gibt es etwa die Möglichkeit, bei einem Schnupperunterricht in Englisch und Mathematik mitzumachen, Einblick in die Proben des Musikensembles zu nehmen oder Übungen aus dem Darstellenden Spiel kennenzulernen. Die naturwissenschaftlichen Fächer präsentieren sich mit zahlreichen Experimentiermöglichkeiten.
Chemielehrer Peter Neffe etwa betätigt sich als eine Art chemischer Hütchenspieler: Er hat 200 Reagenzgläser vorbereitet - zum Teil mit Säure, zum Teil mit Lauge gefüllt. Die Spieler dürfen mit einer Pipette ein paar Tropfen Phenolphthalein in die farblose Flüssigkeit eines dieser Röhrchen tröpfeln. Färbt sie sich lila ein, handelt es sich um Lauge, womit ein kleines Päckchen Gummibären gewonnen wäre.
Die älteren Schüler des Gymnasiums zeigen den Besuchern unterdessen, wie sie sich für die Jüngeren engagieren. Die Streitschlichter etwa kümmern sich, nachdem sie an einer externen Schulung teilgenommen haben, um Streitigkeiten der jüngeren Jahrgänge.
"Das machen wir bei Schülern der 5. bis 7. Klasse, die freiwillig zu uns kommen. Wenn eine der beiden Parteien nicht will, funktioniert das nicht", erläutert Michelle Kirchner das Konzept. "Vor den Zeugnissen, wenn der Druck am größten ist, passiert am meisten", berichtet Vera Rill von den gesammelten Erfahrungen.
Auch die Schülervertretung des Gymnasiums setzt sich für die Belange der Schülerschaft ein. "Wir wollen mit den Betreibern der Caféteria verhandeln, weil wir mit deren Preiserhöhungen nicht einverstanden sind. Außerdem wollen wir uns mit Vertretern des Rhein-Main Verkehrsverbundes treffen, um zu sehen, wie die Probleme mit den überfüllten Bussen zu lösen sind", erläutert Schulsprecher Erik Fasold, was neben den Abitursvorbereitungen noch so auf dem Programm steht. Doch das sind Themen, die für die meisten Besucher des Schnuppertages noch nicht relevant sind.

