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Wiesbadener Kurier

Untertaunus 

Nazi-Symbole an Hauswand in Idstein

03.04.2008 - IDSTEIN

Von Volker Stavenow

Gebäude der türkischen Gemeinde besprüht

IDSTEIN "Heil Hitler", Hakenkreuze und SS-Runen haben unbekannte Schmierfinken in der Nacht von Freitag auf Samstag auf die Rückseite des Gebäudes der Idsteiner türkisch-islamischen Gemeinde in der Wiesbadener Straße gesprayt.

Nichts deutet mehr auf die hässlichen Schmierereien hin. Die türkisch-islamische Gemeinde hat die verbotenen Nazi-Symbole an der Hauswand des Gebäudes, in dem neben verschiedenen Aufenthaltsräumen auch eine Moschee eingerichtet ist, mit weißer Farbe übermalen lassen. Keiner bemerkt Tat Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Westhessen erst jetzt mitteilte, besprühten die unbekannten Täter die hintere Hauswand auf einer Breite von gut 6,50 Metern. Weder Bewohner in den umliegenden Häusern noch Kunden oder Mitarbeiter der gegenüber liegenden Tankstelle, die durchgehend nachts geöffnet hat, bemerkten in dieser Nacht verdächtige Aktivitäten am Haus der türkisch-islamischen Gemeinde. Das ist auch kein Wunder, denn nach Einschätzung der Polizei dauert so eine Sprayaktion nur gut 30 Sekunden. Das Gebäude der türkisch-islamischen Gemeinde in Idstein wurde bisher noch nie mit volksverhetzenden Symbolen verunstaltet. Nach Auskunft des Staatsschutzes gibt es bei diesen Schmierereien keinen Anhaltspunkt für einen neo-nazistische Hintergrund. Die Symbole könnten laut Behörde auch von betrunkenen Jugendlichen aufgesprüht worden seien. Gute Kontakte zu Deutschen "Wir hatten bisher keine Probleme dieser Art in Idstein und sind mit den Deutschen sehr gut zurecht gekommen. Deshalb sind wir auch sehr von diesen Schmierereien überrascht", kommentiert Abdullah Kanal, der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde, den Vorfall. Er unterstreicht die guten Kontakte zwischen Deutschen und Türken in Idstein. Auf Initiative des Vereins unterhalten die Stadt Idstein und die türkischen Stadt Sile bei Istanbul inzwischen freundschaftliche Kontakte. Delegationen aus beiden Ländern besuchten bereits die jeweils andere Stadt. Sile möchte gerne Idsteiner Partnerstadt werden. "Immer wieder besuchen uns in unserer islamischen Gemeinde auch kirchliche Gemeinden. Es gibt hier einen Austausch zwischen den Religionen." Kanal warnt deshalb davor, sich von den Sprühern verrückt machen zu lassen. "Das müssen ja gar keine Leute aus Idstein sein, sie können auch von außerhalb kommen." Die Polizei sucht Zeugen, die zur Identifizierung der Schmierer beitragen können. Hinweise an das Polizeipräsidium Westhessen, Telefon 0611/3450, oder an jede andere Polizeidienststelle.


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