Alles Party - oder was?
20.06.2011 - NIEDERNHAUSEN
FEIER Theißtalschule ehrt Abschlussklassen
(ita). Nein, das Leben ist keine einzige Party. Diese Botschaft gab Schulleiter Hajo Brühl den Abgängern der Theißtalschule Niedernhausen mit auf den Weg. Zielstrebigkeit und Einsatz, darauf komme es an. Rund 500 Gäste hatten sich in der Niedernhausener Autalhalle versammelt, um die fünf Schulklassen zu verabschieden. Der Feier ging bereits ein interreligiöser Gottesdienst voran, der zuvor auf dem Schulgelände stattgefunden hatte. „Dadurch ziehen wir einen runden Bogen, da die Einschulung bereits mit einem Kirchenbesuch verbunden war und nun auch die Verabschiedung“, erklärte die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Sobota.
In der Autalhalle ging es dann aber deutlich bunter zu, mit Big Band, Breakdance, Gesang und Abschiedsreden. Bürgermeister Günter Döring wich in seiner Ansprache Problemen nicht aus. Er kommentierte die Bauverzögerung der neuen Drei-Feld-Turnhalle mit den Worten: „Ich bin mir sicher, wir werden die Fertigstellung noch alle erleben“, und sorgte damit für Lachen im Saal. Weiter thematisierte er die Zusammenlegung zweier Gymnasialklassen, was bei den Eltern für Verärgerung gesorgt hatte. Er habe sich in einem Brief persönlich an das Kultusministerium gewandt. „Sie können sich sicher sein, wir bleiben am Ball“, versprach er.
Standing Ovations gab es an dem Abend für die fünf Lehrer der Abschlussklassen. In ihrer eigenen Interpretation des Pipi Langstrumpf-Liedes sangen sie: „Hey liebe Schüler, trallari trallahey tralla hoppsasa, es war ne tolle Zeit.“ Nach diesem geheimen folgte der offizielle Höhepunkt des Abends: Schulleiter Brühl ehrte die Klassenbesten und die Schüler mit dem größten sozialen Engagement. Darunter Natascha Kakkar aus der Klasse R 10a, die zusammen mit Caroline Wesolowski die Abendmoderation übernahm. Sie wurde unter anderem für ihr besonderes Engagement als stellvertretende Schulsprecherin geehrt. Die Realschülerin hofft noch auf einen Oberstufenplatz an der Martin-Niemöller Schule in Wiesbaden. „Ich verspreche Dir, dass das klappt, was Du Dir vornimmst“, sprach der Schulleiter ihr Mut zu.
Zeugnisübergabe
Es folgten die Zeugnisübergaben, und je später der Abend desto emotionaler wurde dieser. Steffen Böhm, Klassenlehrer der 10b, reichte seinen Schülern bei der Verleihung nicht nur die Hand, sondern drückte auch den ein oder anderen fest. Ein Mädchen schnappte sich das Mikrofon: „Es tut uns leid, wenn es jetzt gleich peinlich wird. Wir können alle nicht singen“. Dann legten die Schüler auch schon los: „Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür“, grölten sie. Sichtlich gerührt von der musikalischen Einlage trat Steffen Böhm anschließend vor das Mikrofon: „Ich würde die vier Jahre sofort wieder von vorne beginnen. Ich bin jeden Morgen gerne in diese Klasse gegangen.“
Damit die Party an dem Abend allerdings nicht aus den Fugen gerät, ergänzte er: „Ach übrigens, gerade kam eine neue Meldung raus, EHEC kommt vom Alkohol.“ Ob ihm das viele wirklich geglaubt haben?

