Gedichte zum "Stöffche"
10.03.2010 - HÜNSTETTEN
APFELWEINPROBE Hünstetter Verkostung
(iz). Der Historische Verein Hünstetten (HVH) stellte bei einer Probe seine Apfelweine der Ernte 2009 vor. Viele alte Bekannte nahmen daran teil, die bereits die Apfelweinverkostung im vergangenen Jahr mitgemacht hatten. Darüber freute sich der Vorsitzende des Vereins Klaus Gutsche. "Es ist schon eine eigene Gemeinde von Apfelweinliebhabern, die die neuen Apfelweine verkosten, um herauszufinden, welchen Anteil an Birnen-, Quitten- oder Speierlingssaft der HVH den Äpfeln zugesetzt hat, um Farbe oder Geschmack zu beeinflussen", schmunzelte er.
Besonders überrascht waren die Besucher über Probe Nr. 4, die außer Konkurrenz lief und die statt Obstzusatz mit einem 25-prozentigen Traubenzusatz der Rieslingrebe gezogen ist. Wie Gutsche ausführte, gedeiht die Rieslingrebe mittlerweile ausgezeichnet in geschützten Lagen Hünstettens.
Er schlug auch den Bogen zu anderen Lagen im Mittelalter in der Gemarkung wie zu der Süd-West Lage "Am Wingert", gegenüber der Burg Wallrabenstein, damals Walramstein, benannt nach seinem Erbauer, dem Grafen von Idstein.
Damit war der Verein wieder bei den Nassauern, der Wallram´schen Linie, die in der Region die nassauische Kultur prägten. Dazu passte es auch, dass nach jeder einzelnen Probe Gedichte, Geschichten und Schwänke aus Nassau, teils in nassauischer Mundart von Gabriele Gutsche vorgetragen wurden. Ein spontaner, unerwarteter Vortrag von Willi Boll sorgte ebenfalls für Heiterkeit.
Auf eine besondere Familientradition in Wallrabenstein konnte der 2. Vorsitzende Rudolf Wuschek hinweisen, der über die Brandstiftung seit dem 30-jährigen Krieg in der Gemeinde berichtete. Seine Schlussfolgerung, dass sich auch solche Themen offensichtlich fortpflanzen, sorgte für Heiterkeit.
Wuschek füllte die Zeit mit seinem Geschichtsbeitrag aus, als nach der vierten Probe ein kaltes Buffet mit verschiedenen Wurstsorten, Handkäs´ mit Musik, frische Brezeln, Sauerteigbrot mit Butter oder Schmalz gereicht wurde.
Mit sieben Streuobstwiesen pflegt der Historische Verein Hünstetten eine Kulturlandschaft, die mittlerweile vom Landschaftspflegeverband des Kreises im Oktober 2009 "durch die Bank" das Etikett "ausgezeichnet" erhielt. Das der gleichfalls auf diesen streng ökologisch bewirtschafteten Obstwiesen erzeugte Apfel-Edelbrand "Hünstetter" durch eine neutrale Verkostung von 15 Juroren 2009 zu den besten Obstbränden in Nassau gehört, freut den Verein besonders. Er sieht sein Engagement mit regelmäßigem Mähen, Baumschnitt und allen anderen Pflegeeinsätzen auf den Obstwiesen bestätigt. Die Konsequenz daraus ist aber auch der zweite Edelbrand, ein "Quetsche Wasser" mit 40 Prozent Alkohol, natürlich auch ein "Hünstetter", den der HVH den Gästen erstmals vorstellte.
Der Historische Verein freut sich besonders über seine neuen Räume in Wahrzeichen von Hünstetten. der "Hühnerkirche", die in Kürze bezogen werden. Hier befindet sich dann der neue Kelterraum des HVH. Das große Interesse der Bevölkerung an den Naturprodukten des HVH ist dem Verein daher Ansporn und Verpflichtung zugleich. Das sahen auch die Gäste des Apfelweinabends nicht anders, waren sie doch mit Feuereifer dabei, den "Besten" der Apfelweine herauszufinden und zu prämieren. Gewonnen hat schließlich die Nr.8, ein naturbelassener Apfelwein eines Vereins-Mitglieds, dicht gefolgt von der Apfelwein/Riesling Cuvee des gastgebenden Verein.

