Von Martin Fromme
PROJEKT Taunusbühne hat einen Film gedreht / Komödie mit viel Lokalkolorit
Mit einem Filmprojekt zeigt sich die Taunusbühne jetzt auch auf der Leinwand. Das "Äppelwoimonster" hat klassische Horrorvorbilder, ist aber eine Komödie mit viel Lokalkolorit, die in und um die Burg Hohenstein spielt.
"Wir wollten einen Heimatfilm drehen", erinnert sich Ulrich Eschenauer an den lauschigen Sonntagnachmittag, als ihm und Uwe Hangen die Idee für das Filmprojekt kam, das Mitglieder der Taunusbühne und andere gerade in Hohenstein und Bad Schwalbach in bewegte Bilder umsetzen. "Heimatfilm" ist allerdings nicht im klassischen Sinne zu verstehen. Denn da, wo sich sonst stramme Burschen und schmucke dirndlgewandete Mädels vor ländlich-romantischem Panorama tummeln, treiben skurrile Gestalten, die legendären Horrorfilmen entliehen sind, in und um die Burg Hohenstein ihr Unwesen. Frankenstein Junior und Nosferatu sind die Blaupausen des "Äppelwoimonsters", während sich die Handlung an Mel Brooks´ "Frankenstein Junior" anlehnt.
Die Untertaunus-Verwandtschaft von Nosferatu sorgt aber eher für komödiantische als gruselige Einlagen. Alle Darsteller sind Urgewächse der Taunusbühne. Das "Monster", Peter Kreppel, ist technischer Leiter und stand im Sommer noch als spartanischer Herold in "Lysistrata" auf der Bühne der Burg Hohenstein. Und die Titelheldin der altgriechischen Komödie, Marit Wienzek, hat sich zur Assistentin von Franksteins Enkel (Uwe Hangen) gewandelt, der vor zwei Jahren den "Cyrano der Bergerac" spielte. Routiniert tyrannisiert wird Frankenstein von seiner Gattin (Marianne Thiel). Allgegenwärtig ist die bucklige Gestalt von Igor (Sammy Soukup ) wie die Flasche mit dem "Stöffche", die er ständig in der Hand hält. Mütterlich besorgt um das Wohlergehen des Monsters ist Gudrun Dauth als Bücklerin immer dann, wenn sie gerade nicht Doktor Frankenstein anschmachtet.
"Nosferatu", kurz "Nosi" (Michael Klatte) schließlich, stolpert so tollpatschig durch den Film, dass er sich selber mehr erschreckt als irgendeinen Zuschauer. Allerdings, der Sarg, dem er zu Beginn entsteigt, ist echt und wurde der Filmcrew von einem Nasstätter Bestattungsunternehmer zur Verfügung gestellt.
Viel Unterstützung für die Dreharbeiten kam auch von der Gemeinde Hohenstein. Besonders für die Szene, in der das Monster vom Bahnhof in Burg Hohenstein zur Burg von einer aufgebrachten Menschenmenge gejagt wird, sorgte die Feuerwehr für die Ausleuchtung. Die Verkehrswacht unterstützte die Dreharbeiten logistisch und half beim sicheren Ablauf. Bürgermeister Hans-Jürgen Finkler übernahm die Rolle des Advokaten und hatte, obwohl "ich so was noch nie gemacht habe", sichtlich Spaß bei der "Testamentseröffnung".
Die Innenaufnahmen entstanden teilweise in Privaträumen. Uwe Hangen hatte seine Scheune deshalb mit Staubsaugerschläuchen, Überbrückungskabeln, Weihnachtslichterketten, Discostrahlern und anderen Untensilien zu Dr. Frankensteins Labor umfunktioniert. Nahezu professionell erscheinen die Masken der Darsteller. Besonders "Nosi" und das Monster sind Meisterwerke des maskenbildnerischen Knowhows der Taunusbühne. "Es dauerte eine Stunde, bis das Monster zum Monster wurde," erzählt Peter Kreppel.
Wann die Öffentlichkeit das Werk zu sehen bekommt, ist noch offen. Ulrich Eschenauer rechnet mit dem nächsten Januar. Die nötige FSK-Freigabe steht noch an, dürfte aber, angesichts des Inhalts des Films, nur eine Formalität sein.

