Von der Überlastung zum Burnout
14.11.2011 - BAD SCHWALBACH
QUALIFIZIERUNGSOFFENSIVE Unternehmerinnen diskutieren auf Einladung des Kreises in Bad Schwalbach / Positive Ausstrahlung wichtig
(red). „Wer bisher nichts von Burnout gehört hat, lebt auf einem anderen Planet“, sagt Elizabeth Petzke und ist mit ihrer zweiten Aussage sogleich mitten im zuletzt viel diskutierten Thema: „Wer in seinem Job vorher nicht Feuer und Flamme war, der kann an Burnout nicht erkranken.“ Was wiederum im Umkehrschluss heißen sollen: „Wer in seinem Job einer hohen Arbeitsbelastung mit viel Stress und Hektik ausgesetzt ist, sich selbst immer wieder unter Druck setzt und sich keine Auszeit gönnt, erkrankt eher an Burnout, an dem Ausgebrannt sein und dem Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit einer reduzierten Leistungsfähigkeit.“ Von diesem Zustand sind immer mehr Menschen betroffen, so Elizabeth Petzke, vor allem jene, „die nicht gut Nein sagen können“.
Wie man ein Burnout-Syndrom erkennt, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um in diesen emotionalen Erschöpfungszustand erst gar nicht zu gelangen, darüber referierte Elizabeth Petzke im Kreishaus in Bad Schwalbach auf Einladung der Leiterin der Qualifizierungsoffensive Rheingau-Taunus, Gunda Biesel, und der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Rita Czymai, sowie von Ruth Becht von der AG Unternehmerinnen im Handwerk. Die Veranstaltung unter dem Titel „Feuer - Flamme - Asche? Muss das so sein?“ wandte sich an Unternehmerinnen und an Frauen in Führungspositionen aus dem Kreis. Ziel der Veranstaltung sei „eine Selbstreflexion und Selbsterkenntnis“ unter der Fragestellung: „Bin ich selbst anfällig für ein Burnout?“ Dabei präsentierte die Referentin Möglichkeiten der Stressbewältigung und wies auf die Resilienz-Strategie hin.
Wichtig war es für die Referentin aber zunächst, eine Selbsteinschätzung der Anwesenden zu erhalten. Welcher Menschentyp bin ich eigentlich? Besitzt man die Eigenschaft zu kontrollieren oder immer alle Arbeit ganz schnell erledigen zu wollen? Ist man jemand, der es jedem Recht machen will und dabei auch an Grenzen stößt? Oder kann man auch „Nein“ sagen, wenn die Arbeit zu viel wird? Legt man sich einen eigenen Druck auf? Dann können Arbeitsüberlastung, Stress und Hektik im Beruf immer weiter zunehmen. „Dann benötigen wir unsere persönliche Widerstandkraft“, so die Referentin, gelte es Stehaufmännchen-Qualitäten zu besitzen.
Diese Widerstandskraft kann durch die individuelle Resilienz gestärkt werden. „Denn Resilienz ist wie ein Muskel, der von Natur aus stark oder schwach sein kann. Aber je mehr wir den Muskel trainieren, desto stärker wird er“, berichtete Gunda Biesel. Resilienz sei die Fähigkeit, sich selbst wieder ins innere Gleichgewicht zu bringen und es auch zu halten. Resiliente Menschen sollten Stress- und Krisensituationen besser meistern können. „Wie es eben ein Stehaufmännchen macht, der zu Boden geht, sich dreht, dabei eine andere Blickrichtung auf sich selbst bekommt und in der Konsequenz am Ende wieder aufrecht steht.“
Gleichzeitig bedürfe es auch einer positiven Ausstrahlung, um Mitarbeiter mitzureißen und so für ein positives Klima in einer Abteilung zu sorgen. Wer selbst Optimismus ausstrahle, „kann Mitstreiter mit diesem Bazillus anstecken“.

