Jagdbehörde des Kreises sieht teilweise unvertretbar hohe Bestände
sus/alf. RHEINGAU-TAUNUS Eine große Population beim Schwarzwild verursacht derzeit Schäden in Äckern und Weinbergen. Auch vor bewohntem Gebiet machen die Tiere längst nicht mehr Halt. So haben es die Bewohner des Schlangenbader Ortsteils Niedergladbach seit Jahren immer wieder mit Wildschweinen zu tun. Den Ort, der zu großen Teilen von Wald und Hecken umgeben ist, haben die Wildsäue kurzerhand zu ihrem Revier erklärt. Antibabypille für Säue Kein Vorgarten und kein Gemüsebeet ist vor den Säuen sicher. Auch am Tage tummeln sie sich ungeniert im Dorf, wie ein Anwohner der Straße "Am Sonnenberg" berichtet. Die genervten Dorfbewohner sehen vor allem die Jäger gefordert. Neben dem Abschuss bringen Fachleute auch andere Methoden ins Spiel. Der Taunussteiner Jagdpächter Norbert Fischer hat unlängst angeregt, einen Antibabywirkstoff mit Hilfe von Ködern auszulegen, um die Zuwachsrate zu bremsen. Auch bei Adolfseck sind Felder, Wege und Gärten von Saurotten stark verwüstet worden. Im Jagdrevier Adolfseck wird deshalb am heutigen Samstag zur Drückjagd auf Wildschweine geblasen, von 9 bis etwa 14 Uhr. Damit wollen die Jäger einen Beitrag zur Reduzierung der Wildschäden und Eindämmung der Population leisten. Spaziergänger und Hundebesitzer werden gebeten, die Jagd zu unterstützen, indem sie das zu bejagende Gebiet meiden. Die Drückjagd ist für den Bereich von den Weiherwiesen zur Buchendelle und dem Hundskippel in Richtung Weg zum Umsetzer geplant. Der Adolfsecker Jagdvorsteher Gerhard Walter und Revierpächter Wolfgang Baptistella reagieren mit der kurzfristig angesetzten Bewegungsjagd schnell auf den Appell des Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Thomas Kunz, die Jagd auf Windschweine mit Blick auf die explosionsartige Zunahme dieser Tiere und der angerichteten Schäden an den Feldkulturen massiv zu verstärken. Auch Landrat Burkhard Albers hat angesichts der Schäden in Landwirtschaft und Weinbau an die Bürgermeister der 17 Kommunen im Kreis geschrieben und gebeten, bei den örtlichen Jagdgenossenschaften und deren Jagdpächtern um eine intensivere Bejagung zu werben. "Die starke Population bei den Wildschweinen erfordert rasch eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten", betont Albers. Vor allem sollte die Abschusszahl von Frischlingen und Überläufern erhöht werden. Seuchenprävention "Laut der Unteren Jagdbehörde bestehen in zahlreichen Jagdrevieren teilweise unvertretbar hohe Schwarzwildbestände", so Albers. Eine deutliche Verminderung der überaus starken Schwarzwildbestände sei auch aus Sicht der dringend geboten. Landwirte, Jagdgenossenschaften, Jagdpächter, Forstämter und Eigenjagdbesitzer sollten eng zusammenarbeiten, fordert der Landrat.

