Van Hees kann aufstocken
04.09.2010 - WALLUF
Von Inge Heinz
FIRMENERWEITERUNG Gemeindevertreter billigen Pläne / Bürger äußern massive Bedenken
Die Erweiterungspläne des Wallufer Gewürzunternehmens Van Hees können Wirklichkeit werden. Gegen eine einzige Gegenstimme des CDU-Gemeindevertreters Gerhard Hammer hat die Wallufer Gemeindevertretung die Abwägung der Bedenken und Anregungen der Bürger beschlossen. Weiterhin fassten die Gemeindevertreter einstimmig den Satzungsbeschluss für den Vorhaben bezogenen Bebauungsplan und billigten den Durchführungsvertrag mit dem Unternehmen.
Kontrovers diskutiert
In der CDU-Fraktion werde das Thema sorgfältig und kontrovers diskutiert, berichtete CDU-Fraktionsvorsitzender Robert Schwindenhammer. Ein großer Teil der Bürgerbedenken finde in seiner Fraktion Verständnis, sagte Schwindenhammer. Dennoch überzeugten die Aussagen der Gutachter, dass die geplante Erweiterung keine wesentlichen Beeinträchtigungen für die Anwohner mit sich brächten, sowohl die CDU wie die anderen Fraktionen. Zu bedenken sei auch, dass die meisten Anwohner im Mischgebiet wohnten, also keine Ansprüche wie im reinen Wohngebiet geltend gemacht werden könnten.
Die Firma Van Hees sei seit den 60er Jahren am Veilchenweg ansässig und beschäftige über 200 Mitarbeiter, sagte Schwindenhammer. Die Firma habe optisch wie technisch sehr viel für die Verträglichkeit des Betriebs mit dem Umfeld getan und werde dies auch in Zukunft tun. Selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise konnte der Betrieb ein positives Ergebnis erwirtschaften, was sich auch bei den Gewerbesteuerzahlungen wiederspiegele.
Die Bürger, die sich zu den Plänen äußerten, hatten vor allem Bedenken, dass die Erweiterung mehr Lärm- und Geruchsbelästigung sowie eine größere Verschattung der umliegenden Häuser mit sich bringt. Das Regierungspräsidium hatte zur Minimierung von Gerüchen empfohlen, den Müllumschlagplatz in ein Gebäude zu verlegen und moderne Ablufttechnik vorzusehen. Weiterhin wird Schallschutz an der Kältemaschine, eine Dämmung der Außenwände und die Zufahrt von Lkws nicht über den Veilchenweg empfohlen. Die Gemeinde will die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen jedoch dem Unternehmen überlassen.
Neben der Eigentümer-Familie der ehemaligen Erfurter Samenzucht äußerte insbesondere der Anlieger und Rechtsanwalt Wilfried Woidich, der weitere 29 Anlieger vertritt, Bedenken. Da das Grundstück der Firma nahezu komplett bebaut sei, solle nun „ungebremst in die Höhe gebaut werden“, kritisierte er. Das führe zu einer enormen Beeinträchtigung des Wohnwerts und damit einem Wertverlust der benachbarten Wohnhäuser.
Blick ins Rheintal gestört
Vom Nussberg und den Weinbergen aus habe man einen wunderschönen Ausblick über Walluf und das Rheintal, der aber durch die dominanten Produktionsgebäude von Van Hees gestört werde, argumentierte Woidich weiter. Zudem führte er den bereits jetzt belastenden Parksuchverkehr an, den bereits die Anwohner bei einer Versammlung bei der Firma Van Hees massiv beklagt hatten (Wir berichteten).
Im Gegensatz dazu äußerten sich weitere Bürger in neun kurzen Stellungnahmen positiv zu den Firmenplänen. Die große Zahl habe ihn erstaunt, meinte dazu FDP-Fraktionsvorsitzender Frank Porz, er wolle nicht unterstellen, dass es sich um von der Firma bestellte Aussagen handele.

