Von Thorsten Stötzer
Die Theatergruppe Aulhausen bringt fünf Mal die "Pension von leichter Sitte" auf die Bühne
AULHAUSEN Mit vollem Körpereinsatz bringen die Akteure der Theatergruppe des MGV Cäcilia Aulhausen den neuen Schwank auf die Bühne. In Rheingauer Mundart natürlich, auch wenn das Stück aus den Niederlanden stammt. Alle fünf Aufführungen sind ausverkauft.
Als er die junge und attraktive Ulrike Knödel (gespielt von Catharina Gaede) kennen lernt, macht Heinz Töpfer (Heinz Dobriwolski) seine Wandlung vom Schlosser zum Guru doch noch Spaß. Ein Stück orangefarbener Gardinenstoff schmückt ihn wie ein Wickelsari und eifrig bietet er seine Massagen in der "Pension von leichter Sitte" an. So heißt das Lustspiel, das die Theatergruppe des MGV Cäcilia Aulhausen derzeit in der Vereinshalle auf die Bühne bringt. Fünf Aufführungen am vergangenen und am nächsten Wochenende sind ausverkauft. Viel Rheingauer Dialekt ist zu hören, obwohl das Stück aus den Niederlanden von dem Autor Carl Slotboom stammt. Gar exotisch mutet die Pension an, zu deren Wirt Heinz mit seiner Frau Hilde (Sonja Reutershahn) und Sohn Stefan (Peter Brendel) ganz unverhofft wird. Lila und grün leuchten die Wände mit einem Jing-Jang-Emblem darauf. Buddhas und Hindugöttinnen als Zimmerschmuck offenbaren endgültig den esoterischen Charakter und es wird vegetarisch gekocht. Heinz soll magnetisieren und massieren, als eine illustre Schar an Gästen eintrifft. Hannelore Plunze (Ulla Brendel) setzt ihm am meisten und vergebens nach. Ihr Sprössling Joachim (Matthias Graf), ein wahres Muttersöhnchen in Hochwasserhosen, erweist sich als notgeil, verlobt sich einseitig und ist an Schwangerschaftsgerüchten schuld. Aufgedonnert stolziert die Opernsängerin Antje van Edam (Finy Mackauer) herein. Begleitet wird die Diva von ihrer Sekretärin Fräulein Jacqueline Wurm (Simone Dries), einem Mauerblümchen. Der befrackte Klavierspieler Friedemann Henneberger (Manfred Schmidt) erweist sich als liebenswert und trottelig. Dazu klingelt unentwegt das Telefon, weil Leute bei einem Metzger namens Ulrich Schreckebach (Uli Helsper), der erst spät von einer imaginären zu einer reellen Figur wird, etwas bestellen wollen. Freude bereitet dem angeblichen Pensionsherren in dem Durcheinander lediglich der Anblick von Ulrike Knödel und ihrer Freundin Steffi Kohl (Daniela Müller). Doch man kommt sich menschlich näher, wie das eben so ist in einem kurzweiligen Schwank. Die Aulhäuser Mimen bringen das zum Vergnügen ihres Publikums nicht nur verbal näher, sondern auch mit vollem Körpereinsatz. "Die meisten Aktivitäten scheinen sich hier im Liegen abzuspielen", empört sich Hannelore Plunze, die sich dabei wohl übergangen fühlt. Für die Sympathieträger in dem Dreiakter gibt es natürlich ein glückliches Ende. Falsche Gerüchte um die Schwangerschaften zerschlagen sich, Stefanie und Stefan werden genauso ein Paar wie Fräulein Wurm und der gute Henneberger. Heinz muss sich hingegen bremsen. "Noch so eine Massage und ich breche dir alle Finger", droht ihm Hilde, als der Guru sich zu sehr bei der hübschen Ulrike engagiert.

