Bleidenstadter erringen „Bembel des Todes“
29.08.2011 - OESTRICH
Von Mirja Pütz
ABENTEUERSPIEL Sieben Teams aus dem gesamten Rheingau-Taunus beteiligen sich am Wettbewerb auf den Pfingstbachwiesen
Die Pfingstbachwiese erlebt nichts weniger als ein Gemetzel. Dutzende von Teenagern steuern zielstrebig den Platz des glorreichen Sieges oder der vernichtenden Niederlage an. Die Schritte erfüllt von wilder Entschlossenheit, die Brust geschwellt und die Augen kampfeslustig auf den Gegner gerichtet gibt es nur ein Ziel: Den „Bembel des Todes“ ruhmreich nach Hause zu tragen. Soviel zum vielversprechenden Namen frei nach Indiana Jones. Tatsächlich tummeln sich rund um das Freizeitgelände Jugendliche aus dem gesamten Landkreis. Lachen, quieken und kriechen kreuz und quer durch den Dreck. Dank des Regens hat die Jagd nach dem Bembel echte Schlammschlacht-Qualitäten.
Sieben Teams aus Taunusstein, Idstein, Heftrich, Eschenhahn, Bad Schwalbach und Eltville haben den Kampf um den Bembel angetreten. Warum überhaupt jemand das überdimensionale Gefäß gewinnen möchte, ist auch dem Team aus Eltville nicht ganz klar, „aber wir wollen ihn trotzdem“, sagt Timo Polivka und grinst. Zusammen mit Franziska Herber, Franziska Bruns und Hannah Grötezke sind die Eltviller eigentlich hoffnungslos unterbesetzt. „Einige haben den Weg wohl nicht gefunden“, glaubt Timo, „aber wir wollten trotzdem unbedingt mitmachen“, ergänzt Franziska Herber. Die Möglichkeit, als Gruppe etwas zu unternehmen, wollte sich niemand entgehen lassen.
Mindeststärke eines Teams sind eigentlich fünf Personen, aber die Eltviller schlagen sich auch zu viert tapfer. Bei der Hangelstrecke über einen Minimalgraben stößt das Team aber fast an seine Grenzen. „Das ist total anstrengend“, keucht Hannah, während sie mit dem Po fast über den Boden schleift. Die Beine in dieser niedrigen Höhe zu koordinieren, ist nicht so einfach wie gedacht. Irgendwann stimmt die Körperspannung und das Team kann ein weiteres Spiel erfolgreich von der Liste streichen.
Insgesamt acht Spiele haben sich die Jugendpfleger des Rheingau-Taunus-Kreises ausgedacht, um die Jugendlichen auf Trab zu halten. Klassiker sind natürlich die vier Hangelspiele, sagt Susan Zeidler-Preis von der Jugendpflege Taunusstein. So etwas biete sich mitten im Wald einfach an. Grundsätzlich sind alle Spielstationen eine Mischung aus Geschicklichkeit und Kopfarbeit, „die mit einer Portion Mut, Teamgeist und Kreativität gelöst werden müssen“, so Zeidler-Preis. Trotz oder vielleicht gerade wegen des Wetters als extra Herausforderung haben alle Teams bis zum Schluss durchgehalten und bedienen sich hungrig an den wohl verdienten Bratwürsten.
Aber wie schon der Zusatztitel des Abenteuer-Events sagt: „Es kann nur einen geben“ und diesmal nahm das „B-Team“ des Jugendzentrums Bleidenstadt den „Bembel des Todes“ mit nach Hause. Das Eltviller Team muss sich mit dem letzten Platz zufriedengeben.

