Von Alfred Christ
ABFALLWIRTSCHAFT Nach einem Lieferengpass soll es von Montag an wieder ausreichend Tüten geben
Ausgesprochene Mangelware waren in den vergangenen Wochen die Gelben Säcke für Verpackungsmüll im Untertaunus. In manchen Ausgabestellen - meist Bürgerbüros und Gemeindeverwaltungen - erhielten die Bürger zeitweise nur einzelne Exemplare statt einer kompletten Rolle. Der Unmut richtete sich zunächst gegen den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft (EAW) des Kreises, doch der kann nun wirklich nichts für die Misere, hat sich aber dennoch um Abhilfe bemüht.
Bürger sind sauer
Ziemlich ungehalten war kürzlich ein Taunussteiner, der sich im Bürgerbüro im Rathaus in Hahn eine neue Rolle Gelbe Säcke abholen wollte. Im ganzen Rheingau-Taunus-Kreis gebe es kaum welche, und das seit Monaten, habe man ihm gesagt. Einen einzigen Sack habe man ihm wenigstens gegeben, berichtete der Taunussteiner. Dafür sei er etliche Kilometer mit dem Auto gefahren, vielen Mitbürgern gehe es ähnlich.
Auch im Bürgerbüro der Stadt Bad Schwalbach kann man die Probleme bestätigen. Auch hier herrscht seit längerem permanenter Mangel an den Säcken für Verpackungsabfälle, die ja eigentlich als wiederverwertbare Wertstoffe gelten und deshalb ordentlich vom Restmüll getrennt gesammelt werden sollen. „Wir bekommen den Unmut der Bürger zu spüren und können nichts dafür,“ sagt eine Mitarbeiterin. Nach Möglichkeit gebe man noch komplette Rollen aus, zeitweise habe man die Rollen aber aufteilen müssen, um wenigstens die dringendste Nachfrage befriedigen zu können, berichtet sie weiter.
Bei der Suche nach den Schuldigen für die Misere gehen die Vermutungen zunächst in Richtung Kreis-Abfallbetrieb. Auf Anfrage reagiert Kreis-Pressesprecher Christoph Zehler schnell und stellt fest: „Der EAW ist überhaupt nicht beteiligt. Dem EAW ist die Lage bekannt. Auch der EAW fordert dauernd Lieferungen für die Wertstoffhöfe an, bekommt aber nur ganz geringe Kontingente ausgeliefert, die schnell wieder aufgebraucht sind. Uns geht es also auch nicht anders als den Kommunen. Der EAW kann also überhaupt nichts für den Notstand.“
Duales System
Zuständig für die Versorgung der Region mit Gelben Säcken ist als Vertragspartner des Dualen Systems Deutschland (DSD) die Rohstoff-Management-Gesellschaft (RMG) in Wiesbaden, erläutert Zehler. Mit der haben sich die Verantwortlichen des Kreisabfallbetriebes zwischenzeitlich in Verbindung gesetzt und die Versicherung erhalten, „alle Verteilstellen im Vertragsgebiet kurzfristig mit Gelben Säcken in größeren Chargen zu versorgen und den Lieferengpass damit zu beseitigen.“
Der Lieferengpass sei von Seiten der RMG „mit steigendem Verbrauch der Bürger“ begründet worden, so der Kreis-Sprecher. Weiter kann er berichten, die RMG erhalte im Laufe dieser Woche eine große Lieferung an Sammelsäcken. Diese würde dann umgehend an die Verteilstellen (Gemeindeverwaltungen und Wertstoffhöfe) ausgeliefert, so dass die Bürger dort spätestens ab Anfang der 31. Kalenderwoche (also ab Montag, 2. August) wieder Sammelsäcke erhalten können.

