Rheingau-Taunus strebt nachhaltige Entwicklung mit Wiesbaden an
10.02.2012 - RHEINGAU-TAUNUS
Von Bernd Minges
Im Jahr 2013 laufen die europäischen Förderprogramme „Leader“ und „Eler“ aus, die beide die Entwicklung ländlicher Räume zum Ziel haben. Im Rheingau wird die vom Zweckverband koordinierte Regionalentwicklung über das Leader-Programm finanziert, im Untertaunus gibt es für Einzelprojekte Mittel aus dem Eler-Programm. Vor diesem Hintergrund sind zwei Anträge von SPD und CDU im „Energie-, Umwelt- und Kreisentwicklungsausschuss“ zu sehen, die die Bildung einer „Nachhaltigkeitsregion“ zum Ziel haben. Dieser Region sollen außer dem Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden und ein Teil des angrenzenden Main-Taunus-Kreises angehören. Es sei ein „ziemlich großes Rad, das da gedreht werden soll“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Herbert Ujma (SPD). Deshalb gebe es noch keine inhaltliche Beschlussempfehlung. Das Thema soll weiter im Ausschuss und in interfraktionellen Gesprächen beraten werden.
„Wir müssen uns als Region neu aufstellen und rechtzeitig positionieren“, sagt Paul Weimann, Kreistagsabgeordneter und früherer Vorsitzender des Zweckverbands Rheingau, der zu den Initiatoren des CDU-Antrags gehört. Es gehe um ein ganzes Paket, das die Alleinstellungswerte einer einzigartigen Erholungs- und Tourismuslandschaft mit einer modellhaften ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung verknüpfen soll. Als Kernpunkt gilt die künftige Beziehung zwischen Stadt und Land, zwischen Wiesbaden und der Region. Vermutlich werde das „Spannungsverhältnis zwischen Naturräumen und Großstadt“ Schwerpunkt der künftigen Förderprogramme, sagte Landrat Burkhard Albers (SPD). Mit dem Naturpark Rhein-Taunus, dem Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis angehören, bestehe eine ausbaufähige Struktur. Dabei umfasst die „Nachhaltigkeitsregion mit dem Ziel eines Biosphärengebiets“, wie es im SPD-Antrag heißt, weitaus mehr als Naturräume. Es gehe darum, „die Entwicklung in einem dicht besiedelten urbanen Raum mit der Bewahrung, der Pflege und Entwicklung in einzigartigen Kulturlandschaften“ zu verbinden.
Eine Hürde für eine gemeinsame Strategie mit Wiesbaden, um von der Unesco als Biosphärengebiet anerkannt zu werden, könnte allerdings das Bemühen der Landeshauptstadt sein, als Stadt des Historismus Welterbestatus zu erlangen. Es gelte als unwahrscheinlich, so Ujma, dass beide Ziele erreichbar sind.
Eine Modellregion soll nach den Vorstellungen der CDU auch in den Bereichen Bioenergie, Mobilität, Kultur, Wissen und Bildung sowie Social Business entstehen.

