Ü30-PARTY Gedränge in den Räumen des Hotel-Restaurants Kloster Johannisberg/ Idee hatten Mitglieder des 67er Jahrgangs aus Winkel
(kkp). Aus den Boxen dröhnt laute Musik der 70er und 80er Jahre. Die Lichtanlage lässt bunte Punkte über Wände und Boden im Hotel und Restaurant Kloster Johannisberg flitzen. Ü30-Party ist angesagt. Auf der Tanzfläche herrscht Gedränge. Mittendrin bewegt sich Sonja Kopp aus Oestrich im Rhythmus der Musik. Sie trägt ein rotes T-Shirt mit der Aufschrift "The next superwife". Denn Kopp will heiraten. An diesem Abend feiert sie ihren Junggesellinnenabschied. Eigentlich war nur ein gemütliches Essen mit Freundinnen geplant. Doch dann entschied die Gruppe spontan: Wir mischen die Ü30-Party im Kloster Johannisberg auf.
Kopp, 30 Jahre jung, ist zum ersten Mal auf der Veranstaltung. Ihr Urteil fällt positiv aus: Die Musik, die DJ Bobo (Dirk Ehmke) auflegt, ist gut, das Tanzen macht Spaß. Viele Pluspunkte bekommt die Party außerdem, weil sie direkt vor der eigenen Haustür ist. Davon zeigt sich auch Werner Stanka aus Oestrich begeistert. "Man kann mit dem Bus herfahren und mit dem Taxi wieder zurück", sagt der 51-Jährige. Die Ü30-Partys in Frankfurt, Wiesbaden oder Mainz seien für Leute aus dem Rheingau bei weitem nicht so bequem zu erreichen.
Stanka fühlt sich in Kloster Johannisberg in alte Zeiten zurückversetzt. Das hängt auch damit zusammen, dass er den DJ von früher kennt. Dass der am frühe Abend flotte Musik auflegt, überrascht den Oestricher dann aber doch ein bisschen. Er hatte mit Discofox gerechnet. Wie Kopp ist Stanka zum ersten Mal auf der Ü30 Party in Johannisberg. Andere kennen die Veranstaltung dagegen schon. Immerhin lädt das Hotel und Restaurant bereits zum fünften Mal dazu ein. Die Zahl der Gäste hat sich zur Freude von Geschäftsführer Christian Nicolai von über 200 auf nunmehr 400 erhöht.
"Die Idee zur Ü30 Party stammt aus dem 67er Jahrgang in Winkel", erzählt er. Bei einem der regelmäßigen Treffen sei der Wunsch nach einer Party laut geworden. Und da Nicolai dem Jahrgang angehört, habe der Veranstaltungsort gleich festgestanden. Die erste Party sei über die Internetplattform "Wer kennt wen" kommuniziert worden und sofort auf großes Interesse gestoßen. Nicolai zeigte sich darüber wenig verwundert. Seiner Meinung nach scheuen Ältere den weiten Weg vom Rheingau nach Frankfurt. Wer Kinder habe, wolle außerdem für den Fall der Fälle schnell wieder daheim sein. Hinzu kommt, dass man in Frankfurt keinen Menschen kenne.
Bei den Partys im Kloster Johannisberg begegnen sich dagegen ehemalige Schulfreunde oder Vereinskameraden. Da gebe es viel zu schwätzen. Parallel könne zu Musik aus der eigenen Jugendzeit getanzt werden. Von diesem Angebot werde vor allem nach Mitternacht gerne Gebrauch gemacht. Sonja Kopp schwingt schon vorher die Hüften. Sie ist begeistert, ebenso wie ihre Freundin Tanja Berg. Sie befürchtet sogar: "Wenn sich die Party weiter rumspricht, wird es hier zu klein." Stanka wünscht sich sogar jetzt schon ein bisschen größere Räume.

