Leitfaden für Weinbaubetriebe
30.12.2010 - GEISENHEIM
ECOSTEP 40 Weingüter haben System eingeführt
(red). Rund 40 Wein- und Sektgüter aus dem Rheingau haben das Managementsystem „EcoStep“ in den vergangenen drei Jahren eingeführt. teilt die EcoStep-Geschäftsstelle mit. Dabei gehe es darum, die Anforderungen (Qualitätsmanagement, Umwelt, Lebensmittelsicherheit und Arbeitsschutz) sowie die zahlreichen Rechtsbestimmungen für kleinere und mittelständische Weinbau-Betriebe praktikabel zu managen. Speziell für die Weinwirtschaft entstand in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt Geisenheim ein eigener Leitfaden.
Beim jüngsten Erfahrungsaustausch hob Professor Monika Christmann von der Forschungsanstalt die Bedeutung von Managementsystemen im Hinblick auf europäische und internationale Normen hervor. Maximilian Freund vom Weingut der Forschungsanstalt erläuterte, welche Aspekte bei der Ermittlung des CO2 -Ausstoßes im Weinbau berücksichtigt werden müssen.
Um die Übernutzung der Umwelt zu erfassen, reiche die Messung der Treibhausgas-Emissionen aber allein nicht aus. Als weiteren Indikator nannte Freund den „ökologischen Fußabdruck“. „Dieser misst jene Fläche auf der Erde, die nötig ist, um den Lebensstandard eines Menschen unter Fortführung heutiger Produktionsbedingungen dauerhaft zu ermöglichen. Mit dem Bedarf von fünf Hektar pro Person liege der Verbrauch in Deutschland weit über einem verträglichen Maß und dem weltweiten Durchschnitt von 2,7 Hektar..
Arbeitssicherheit verbessert
Weltweit entfallen derzeit 24 Prozent der freigesetzten Treibhausgase auf die Gewinnung von Energie. Für aktiven Umweltschutz sei gezieltes Energiemanagement deshalb unabdingbar, erklärte Eric Werner-Korall von der DQS GmbH, die Gutachterin für EcoStep-Zertifizierungen ist. Das System umfasse alle Vorgänge von der Lese über die Arbeit im Keller bis hin zu Lagerung und Versand.
Michael Burgdorf von den Weingütern Geheimrat J. Wegeler aus Oestrich hob hervor, dass die Arbeitssicherheit bei der Bewirtschaftung von Steillagen verbessert worden sei, weil Gefährdungen frühzeitig zu erkennen seien. Auch Markus Jost, Geschäftsführer der Sektkellerei Ohlig GmbH und Co. KG, zog eine positive Zwischenbilanz. Das Handbuch sei vom tatsächlichen Bedarf geleitet.
Für Anke Haupt, Qualitätsbeauftragte bei der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach, bildet EcoStep nach anfänglichen Vorbehalten mittlerweile die Basis für die Arbeit. EcoStep-Berater Hans Moll-Benz berichtete, dass allein im Rheingau mittlerweile 1 000 Hektar Fläche zertifiziert worden seien.

