04. Februar 2012 06:45 Uhr
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Geisenheim 

Dreieck mit Bordeaux und Adelaide

02.09.2010 - GEISENHEIM

Von Bernd Minges

FORSCHUNGSANSTALT Geisenheim will wichtige Projekte im internationalen Verbund angehen


Wichtige Impulse sind vom Besuch einer hochkarätig besetzten Delegation aus der hessischen Partnerregion Aquitaine an der Forschungsanstalt Geisenheim ausgegangen. Zur Delegation gehörten Alain Rousset, Präsident des Regionalrats (vergleichbar mit einem deutschen Ministerpräsidenten), Wissenschaftler, Wissenschafts- und Wirtschaftsbeauftragte der Region und der Europäischen Gemeinschaft. Von hessischer Seite wurde die Delegation durch die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, Nicola Beer, und Ministeriumsvertreter begleitet.

Ein wichtiges Ergebnis des Besuchs sei das Ziel, ein gemeinsames „virtuelles“ Institut mit dem Institut de Sciences de la Vigne et du Vin in Bordeaux, einem der größten Weinforschungszentren der Welt, zu gründen. Der Direktor der Forschungsanstalt, Professor Hans R. Schultz, und sein französischer Kollege, Professor Serge Delrot, verfolgen diese Pläne schon seit längerem, um große, international wichtige Forschungsfragen wie Klimawandel oder nachhaltige Produktion künftig „mit größerer Schlagkraft gemeinsam zu bearbeiten“. Dabei könne auch das Face-System, das gerade in Geisenheim gebaut wird, gemeinsam genutzt werden. Wie berichtet, sollen mit diesem Forschungsprojekt die Auswirkungen steigender Kohlendioxid-Konzentrationen und höherer Temperaturen auf die Sonderkulturen im Wein-, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau untersucht werden. Der Präsident des Regionalrats und Staatssekretärin Beer sagten ihre Unterstützung zu und werteten die Initiative zum Ausbau der Zusammenarbeit als Schritt zu einem gemeinsamen europäischen Forschungsbereich.

Neben Bordeaux und Geisenheim soll auch das Australian Wine Research Institute in Adelaide dem neuen Institut angehören und „so ein bisher einmaliges Forschungsdreieck“ gebildet werden, erklärte Schultz.

Die Besuchergruppe informierte sich über die Arbeit an der Forschungsanstalt und insbesondere die seit 2008 laufenden und gemeinsam finanzierten Forschungsprojekte im Geisenheim-Bordeaux Programm. Derzeit wird an folgenden Forschungsthemen gearbeitet, wobei die in die Projekte eingebundenen Wissenschaftler jeweils sechs Monate im Jahr in Geisenheim und Bordeaux arbeiten:

W Welche Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass Rebunterlagen gut mit Trockenheit umgehen können?

W Einfluss von Umweltstress auf die Ausprägung von Aromastoffen bei den Sorten Sauvignon blanc und Riesling.

W Sauerstofftransport durch Flaschenverschlüsse

W Einfluss klimatischer Veränderungen auf die Inhaltsstoffe und Anbauverfahren bei Erdbeeren.

Professor Schultz (rechts) erläutert der französischen Delegation mit dem Präsidenten des Regionalrats,Alain Rousset (Zweiter von rechts),  das Face-Projekt. Der Delegation gehörte auch der Chef des größten Weinforschungszentrums der Welt, Serge Delrot, (Zweiter von links) an. Begleitet wurde die Besuchergruppe von Staatssekretärin Nicola Beer (Vierte von links).	Foto: Forschungsanstalt

Professor Schultz (rechts) erläutert der französischen Delegation mit dem Präsidenten des Regionalrats,Alain Rousset (Zweiter von rechts), das Face-Projekt. Der Delegation gehörte auch der Chef des größten Weinforschungszentrums der Welt, Serge Delrot, (Zweiter von links) an. Begleitet wurde die Besuchergruppe von Staatssekretärin Nicola Beer (Vierte von links). Foto: ForschungsanstaltVergrößern

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