„Profil wird geschärft“
08.12.2011 - GEISENHEIM
FORSCHUNGSANSTALT Land: Zukunft gesichert
(bm). Mit dem Votum für eine eigenständige Hochschule sichere das Land Hessen die Zukunft der Forschungsanstalt (FA), erklärte Wissenschaftsstaatssekretär Ingmar Jung (CDU) nach der Entscheidung der Koalitionsrunde von CDU und FDP (wir berichteten). „Die Verbindung und gleichberechtigte Wahrnehmung von Forschung und Lehre an einem Standort verhindert Reibungsverluste“, so Jung. Die „relative Autonomie“ schaffe mehr Flexibilität beim Ausbau der Stärken und bei der Profilschärfung. Geisenheim werde eine eigenständige Hochschule mit besonderer Ausrichtung, wie sie der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zur Differenzierung der Hochschulen fordere. Wenn Forschung und Lehre unter einem Dach gebündelt werden, so das Ministerium, sei Geisenheim im Wettbewerb mit anderen Einrichtungen und Studiengängen deutlich besser aufgestellt.
Für die Umwandlung, die ab 1. Januar 2013 in Kraft treten soll, muss das Hessische Hochschulgesetz geändert werden. Bis dahin sollen Empfehlungen des Wissenschaftsrats in Zielvereinbarungen mit der Hochschule Geisenheim festgelegt werden, die 2016 in den neuen Hochschulpakt aufgenommen werden soll.
Etat zwölf Millionen Euro
Nach Angaben des Ministeriums sind in den 13 Fachgebieten der FA 33 Wissenschaftler und 250 Mitarbeiter im technischen Bereich beschäftigt. Ein Drittel der Wissenschaftler sind zugleich Professoren an der Hochschule RheinMain und übernehmen auch Lehrveranstaltungen an den Unis Gießen, Frankfurt und Bonn. Auch die übrigen Wissenschaftler lehren an der Hochschule RheinMain.
Hessen hat die FA bis Ende 2010 mit 10,2 Millionen Euro finanziert, 1,3 Millionen kamen von Rheinland-Pfalz, das den Staatsvertrag mit Hessen gekündigt hat. Hessen hat diesen Ausfall übernommen. Im Etat 2012 sind zwölf Millionen Euro für die FA vorgesehen.

