Von Birgit Weidner
Günter Brack führt bei Wanderung durch Landschaftspark "In den Viertelgärten" in Rauenthal
RAUENTHAL Aus verwilderten Obstgärten am Rauenthaler Ortsrand hat die Umweltstiftung von Günter Brack einen Landschaftspark gestaltet. Bei einer Wanderung zeigte Brack Interessierten das Projekt.
"Seht, wie schön es hier ist", freut sich Günter Brack, Gründer der Stiftung für Umwelt und Kultur, bei der Landschaftswanderung durch den neu geschaffenen Landschaftspark "In den Viertelgärten". Das sei nicht immer so gewesen. Bis 1960 waren die Gärten in unmittelbarer Ortsnähe eine mit sechs Hektar intensiv genutzte Garten- und Obstfläche. Danach habe die Fläche brach gelegen. Im Jahr 2002 startete dann die Umweltstiftung auf Anregung von Anliegern ein Landschaftsprojekt, bei dem auf einer Teilfläche ein Beispiel für die Umwandlung verwilderter Flächen in eine vielgestaltige und parkähnliche Landschaft geschaffen werden solle. Resultat: Die Untere Naturschutzbehörde stellte der Stadt Eltville rund 36 000 Euro zur Rekultivierung der Viertelgärten bereit. "Zunächst wurde der völlig verwucherte, stillgelegte Abwassergraben zum Zufahrtsweg ausgebaut", erklärt Brack den interessierten Wanderern, darunter der dreijährige Luis als jüngster Teilnehmer. "Damit war die Voraussetzung für den Maschineneinsatz zur Entbuschung der Hangflächen geschaffen." Ein Teilnehmer erinnert sich noch an den Müll: Öfen, Kühlschränke, Badewannen hätten im Graben gelegen. Ergebnis heute: Eine für Spaziergänger zugängliche Parklandschaft mit einem lockeren Bestand an Eichen, Walnussbäumen und alten Streuobstbäumen. Schafe halten künftig durch extensives Beweiden dieses Stück Landschaft offen. Allerdings unterzogen sich nicht alle Garteneigentümer dieser Verschönerungskur. Während die Einheimischen beim Verpachten ihrer Grundstücke über eine Laufzeit von 25 Jahren alle mitmachten und eine Duldungserklärung unterschrieben, so der Stiftungsgründer ("Wir machten Hausbesuche und informierten die Leute"), stünden auswärtige Eigentümer dem eher skeptisch gegenüber. Daher seien einige Grundstücke noch immer im verwilderten Zustand. Da könne man unterschiedlicher Meinung sein, sagt Günter Brack zu den Wandersleut´. Landschaftsästhetisch sei das zwar nicht schön, aber so würde demonstriert, wie es früher ausgesehen habe. Zudem könne so die Entwicklung beobachtet werden und nicht zuletzt sei dies ein Rückzugsgebiet für bestimmte Tierarten. "Ist also nicht schlecht für die Natur", schloss Brack, nachteilig sei es eher für den Schäfer. Ziel der Wanderung war auch die Neuanlage mit Oliven- und Feigenbäumen sowie Weinbergspfirsichen im Heinzental. Weitere aktuelle Landschaftspflegeprojekte der Stiftung sind die Rekultivierung von vier verwilderten Streuobstwiesen nach Vorgabe des Landschaftsplanes Eltville und das ökologische Ausgleichsprojekt im Heinzental. Im vergangenen Jahr gewann die Rauenthaler Stiftung zudem einen Wettbewerb der "Stiftung Tassilo Tröscher" - Belohnung und Bestätigung für die Initiative Günter Bracks, mit Ehrenamtlichen Landschaftspflegemaßnahmen durchzuführen und ökologische Ausgleichsprojekte zu übernehmen.

