Plattform für regionale Vermarktung
06.09.2010 - ELTVILLE
Von Christine Dressler
HANDWERKERMARKT Erweiterung in der Eltviller Innenstadt kommt bei Besuchern gut an
Der Handwerkermarkt auf dem Platz der Deutschen Einheit hat sich in diesem Jahr sprunghaft zum Handwerker- und Bauernmarkt in der Innenstadt vergrößert. Der verkaufsoffene Sonntag und mehr als 30 Stände von Handwerkern, Direktvermarktern und Ausstellern lockten schon am Vormittag Hunderte Besucher aus der Region an.
Während die Mitmachaktionen am Mütterzentrum-Stand für die Jüngsten die Hauptattraktion waren, drängten sich vor allem Ältere um die unterschiedlichsten Elektromobile. Diese testeten manche Senioren sofort auf der Rheingauer Straße. Auch Probefahrten mit Fahrrädern waren ein Renner bei den Besuchern.
Lokale Produkte
Gleichermaßen interessant waren für Junge und Alt die traditionellen Handwerke. Da darunter mehrere Neuzugänge wie Steinmetz Sebastian Huth, Stuckateur Klaus Weidner, eine Ingelheimer Keramikerin und ein Hallgartener Messerschleifer waren, boten die Vorführungen sogar Stammbesuchern des Marktes Neues. Dasselbe galt für die Stände mit Informationen von Schädlingsbekämpfung bis zu Energie und Recycling. Am Fitness-Stand konnten sich die Besucher entspannt den Blutdruck messen lassen. Obst, Marmeladen, Kürbisse, Kuchen und sogar Apfelschälmaschinen zu 14 Euro nahmen viele Besucher spontan beim Geisenheimer Obstgut Auf der Heide mit und deckten sich ein paar Meter weiter gleich noch mit Honigen vom Wallufer Hobbyimker Dieter Theimer ein. Ihn freute die Chance zu zeigen, dass es außer Wein noch andere „lokale Produkte im Rheingau gibt“. Der Presberger Kunstschmied Alfred Müller, bei dem auch Kinder und Jugendliche an Esse und Amboss eifrig schmiedeten, kam ebenfalls wieder zum Markt, „weil ich den Leuten zeigen möchte, dass es das alte Handwerk noch gibt“. Umgekehrt begeisterte die Besucher, die Handwerker mitten in der Stadt hautnah zu erleben.
Im Gegensatz zu Müller, der auf dem Markt keine Kunden gewinnt, bedeutete die Veranstaltung für andere eine „langfristige“ und „sehr effektive“ Werbung. Das sagten Vertreter unterschiedlichster Sparten vom Friseurmeister und Zweithaar-Spezialist Johannes Joel über die Goldschmiedin Claudia Heddrich bis zru Damenschneiderin Beate Damm und Bekleidungsingenieurin Orsolya Jordan. Beide Kiedricherinnen berichteten am gemeinsamen Stand, wie deutlich sich ihr „Kundenstamm erhöht“ - nicht direkt bei, sondern in den Wochen und Monaten nach dem Markt.
Kundenzustrom
Hedderich, als zweite IGE-Vorsitzende Mitorganisatorin des Marktes, freute die erfolgreiche „Belebung der Innenstadt“. Den Markt veranstalte die IGE ebenso wie den Narzissenmarkt im Frühling, um den Handwerkern, Direktvermarktern und anderen Mitgliedern, die keine Geschäfte in der Innenstadt haben, „eine Plattform zu bieten“. Der Erfolg lasse sich daran messen, dass der Kundenzustrom auch aus Städten wie Wiesbaden stetig wachse.

