Von Claudia Kroll-Kubin
Bibliotheksportal "Biporta" mit fünf vernetzten Bibliotheken aus dem Rheingau-Taunus gestartet
ELTVILLE Das gewünschte Buch ist in der Bibliothek vor Ort nicht vorrätig, trotzdem kann dem Bücherfreund jetzt dank des Bibliotheksportals "Biporta" geholfen werden. Über diese Internetplattform, die seit Freitag online ist, kann man den Bestand von fünf Bibliotheken nutzen.
Mit einem musikalischen Auftakt der Jugendmusikschule Bad Schwalbach ist das Bibliotheksportal "Biporta" des Rheingau-Taunus-Kreises in der Eltviller Mediathek am vergangenen Freitag gestartet worden. Ab sofort können Leser unter dem Internetportal www.biporta.de mit dem gesamten Bestand der fünf vernetzten Bibliotheken, der Stadtbücherei Bad Schwalbach, der Mediathek Eltville, der Stadtbücherei Geisenheim, der Gemeindebücherei Kiedrich und der Gemeindebücherei Walluf arbeiten. Sichtlich glücklich über diesen neuen Verbund zeigten sich die Vertreter der fünf Bibliotheken sowie die Vertreter der Kommunen. Sie bezeichneten den Verbund als ein Vorzeigeprojekt der kommunalen Zusammenarbeit, mit welchem Engpässe in den eigenen Bibliotheken hervorragend behoben werden könnten. Dieser Verbund sei absoluter Vorreiter in Hessen, sagte Sylvia Beiser von der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken der Hessischen Landesbibliothek, die das Projekt unterstützt. "Es gibt zwar andernorts Bibliothekenverbünde, die einen gemeinsamen Katalog im Internet anbieten, aber Biporta wird der erste Verbund sein, der den Lesern auch die Möglichkeit bietet, sich Medien aus anderen Bibliotheken gegen ein geringes Entgelt in ihre Heimatbibliothek schicken zu lassen", betonte Beiser. Zudem enthalte diesem Spektrum nicht nur Bücher, sondern auch DVDs, Musik-CDs und Hörbücher. Auf insgesamt 70000 Medien beläuft sich zur Zeit die Angebotspalette des Verbundes. Die entwickelte Online-Plattform für den Zugriff ist klar aufgebaut und einfach in der Anwendung, wie Siegfried Fendt erklärte, der die technische Seite des Portals gestaltet hatte. Um ein Buch zu bestellen, benötigt man einen gültigen Leserausweis einer der beteiligten Bibliotheken. Durch einfache Schlagwortsuche und entsprechende grafische Aufbereitung kann jeder Nutzer schnell und unkompliziert im Portal fündig werden. Jederzeit könnten sich weitere Gemeinden aus dem Kreisgebiet dem Verbund anschließen, so Fendt. "Bibliotheken sind heute unverzichtbare Bildungseinrichtungen und müssen stärker als bisher in Bildungskonzepte der Länder und Kommunen integriert werden", fügte Sylvia Beiser hinzu. Bibliotheken seien im übrigen mit fast 200 Millionen Besuchern jährlich die am meist genutzten Kultureinrichtungen der Bundesrepublik. Beiser lobte das Projekt des Rheingau-Taunus-Kreises, das für eine gelungene interkommunale Kooperation stehe, um gemeinsam den Lesern ein umfangreiches Angebot an Medien zu bieten.

