Bodeneigenschaften sollen erhalten bleiben
19.05.2012 - RHEINGAU
TERROIR Veränderung durch Flurbereinigung
(bm). Bei den Flurbereinigungsverfahren im Rheingau müsse darauf geachtet werden, dass die gesteinstypischen Charakteristika der Weinlagen erhalten bleiben, hieß es bei einer Veranstaltung in der Steinbergkellerei, zu der der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Eltville-Walluf, Peter Seyffardt, eingeladen hatte. „Die Bodenzusammensetzung sollte zukünftig in der Arbeit der Flurbereinigung stärkere Berücksichtigung finden“, sagte der weinbaupolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. In der Vergangenheit ist schon häufiger kritisiert worden, dass bei der Neuordnung von Rebflächen und Wegen und bei den großen Erdbewegungen das Typische einer Lage verloren gehen könnte. Diese Befürchtung war insbesondere mit den großen Erdmassen von anderen Standorten begründet worden, mit denen Flächen aufgefüllt wurden.
An der Veranstaltung „Ist Terroir schmeckbar?“ nahmen Vertreter der Teilnehmergemeinschaften Lorch, Hattenheim, Erbach, Kiedrich, Walluf, Rüdesheim, Rauenthal, Martinsthal und Eltville teil. Es seien weitere Arbeitsgespräche zu diesem Thema geplant.
Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) informierte über die Bodenkartierung und -forschung. Hessen verfüge über eine der genauesten Bodenkartierungen von Weinbergen weltweit. Diese genaue Kartierung helfe unter anderem Winzern dabei zu entscheiden, welche Rebsorte an welcher Stelle am besten angepflanzt werden kann. Die Informationen sind im Internet im „Bodenviewer“ des HLUG abrufbar.
Das Terroir-Projekt Hessen wurde von Otmar Löhnertz und Peter Böhm von der Forschungsanstalt Geisenheim vorgestellt. Es steht unter der Schirmherrschaft des Rheingauer Weinbauverbandes. Anhand von Weinen von unterschiedlichen Standorten wurde gezeigt, wie sich diese Bedingungen auf den Wein auswirken.


