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Rheingau 

Asbach-Gelände: Stadt und Kreis streiten um Preis

26.09.2008 - RÜDESHEIM

Von Barbara Dietel

Einigung über Verkaufsmodalitäten nicht in Sicht

RÜDESHEIM Die Stadt Rüdesheim möchte den Anteil des Rheingau-Taunus-Kreises am Asbach-Gelände übernehmen, um das Areal in eigener Regie vermarkten zu können. Doch über die Konditionen haben Stadt und Kreis völlig unterschiedliche Vorstellungen.

Noch gehört das Asbach-Gelände der Hessischen Landgesellschaft (HLG), die 13 Jahre lang versucht hat, die Industriebrache im Auftrag von Stadt und Kreis zu vermarkten. Der zu diesem Zweck geschlossene Bodenbevorratungsvertrag lief am 24. Mai 2008 ab. Die HLG hätte auch weiter nach Käufern gesucht, wogegen Landrat Burkhard Albers (SPD) nichts gehabt hätte, allein, weil der Kreis dann jetzt kein Geld in die Hand nehmen müsste. Doch die Stadt Rüdesheim will die Vermarktung des Geländes, das die HLG damals im Auftrag von Stadt und Kreis übernahm, um die Firma Asbach am Standort zu halten, in eigene Regie übernehmen. Dazu muss sie es aber erst erwerben. Rund sieben Millionen Euro verlangt die HLG für den Rückkauf des Geländes. Das ist zufällig ziemlich genau die Summe, die die HLG vor 13 Jahren für das damals 4,4 Hektar große Areal zahlte. "Ironie des Schicksals", nennt das Landrat Burkhard Albers. Denn inzwischen ist das Gelände nicht mehr komplett. Die Firma Reber, die die Pralinenproduktion von Asbach übernommen hatte, kaufte davon rund 5500 Quadratmeter. Außerdem wechselten das Casino, Weinberge und das Haus Oberstraße Nummer 3 den Besitzer. Doch mit den Kosten für die Instandhaltung und die Gebühren für die HLG sind Stadt und Kreis trotz des kleineren Areals wieder beim Einstandspreis. Wer von den beiden Partnern, die das Geschäft damals gemeinsam abwickelten, wie viel an die HLG zahlen muss, damit am Ende Rüdesheim das alleinige Sagen hat, darüber gibt es Vorstellungen, zwischen denen Welten liegen, wie es Albers ausdrückt. Am Montag treffen sich der Asbach-Beirat des Kreises und der Asbach-Beirat der Stadt Rüdesheim, um über ihre Vorstellungen zu verhandeln. "Es klemmt beim Kreis", sagt der Rüdesheimer Bürgermeister Volker Mosler (CDU). Geht es nach der Stadt Rüdesheim stundet der Kreis der Stadt zinslos für zehn Jahre 2,5 Millionen Euro. Nach zehn Jahren zahlt die Stadt Rüdesheim dem Kreis aus den zu erwartenden Grundstücksverkäufen 50 Prozent des Verkaufserlöses, jedoch maximal eine Million Euro. Der Kreis würde sich bei diesem Modell also mit 1,5 Millionen Euro plus der Zinsen in Höhe von 1,4 Millionen Euro, insgesamt also mit 2,9 Millionen Euro am Ankauf beteiligen, rechnet Albers vor. Dies sei vor dem Hintergrund, dass sich der Kreis außerdem mit 24 Millionen Euro am Bau des Tunnels in Rüdesheim beteilige, gegenüber den anderen 16 Städten und Gemeinden im Kreis nicht vermittelbar. Dass Rüdesheim das Asbach-Gelände alleine übernehme, sei sinnvoll. Der Kreis werde sich mit 500000 Euro am Verlust beteiligen, betont Albers. Konkret bedeutet das, dass Rüdesheim statt sieben, 6,5 Prozent an die HLG zahlen müsste. Auch vor dem Hintergrund, dass der Bau des Tunnels zu einer Wertsteigerung des Grundstücks führen werde, die alleine bei der Stadt Rüdesheim verbleibe, sei das ein faires Angebot, meint Albers. Die Alternative sei, dass Stadt und Kreis das Gelände für je 3,5 Millionen Euro gemeinsam erwerben.

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