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Wiesbadener Kurier

Rhein-Main 

Schecks und Geschenke nicht versteuert?

05.08.2009

Von Christoph Cuntz

ANKLAGE Landgericht eröffnet Prozess gegen Ehemann von Karin Wolski, Richterin am Staatsgerichtshof

Darmstadt. Nach gut einem Jahr hat das Landgericht Darmstadt die Anklage gegen Michael Wolski zugelassen, dem die Staatsanwaltschaft Steuerhinterziehung in größerem Ausmaß vorwirft. Die Ehefrau des 60-Jährigen ist Karin Wolski, Richterin am hessischen Staatsgerichtshof und Vizepräsidentin des Verwaltungsgerichts Frankfurt. Sie hatte vor vier Jahren als Kandidatin der CDU Oberbürgermeisterin von Offenbach werden wollen. Ihre Bewerbung war allerdings schon im Vorfeld gescheitert, als die Vorwürfe gegen ihren Mann bekannt geworden waren.

Ein Ferrari als Geschenk

Der Fall Wolski hat auch den Landtag beschäftigt, im vergangenen Jahr auf Grund einer Anfrage der SPD, bei deren Beantwortung der damalige Justizminister Jürgen Banzer (CDU) einräumen musste, dass ihm über das Ermittlungsverfahren gegen Wolski "in monatlichen bis vierteljährlichen Zeitabständen" zu berichten ist. Banzer hatte damals öffentlich gemacht, was Wolski zu seiner Verteidigung vorbringt: Dass es sich bei dem Vermögen, das er nicht versteuert haben soll, um "noch nicht rückzahlungspflichtige Darlehen beziehungsweise Schenkungen handele".

Eine Schlüsselrolle in dieser Affäre spielt die 87 Jahre alte, aber immer noch rüstige Margit C.. Der Ehefrau des inzwischen verstorbenen Ignaz C. wird ein Verhältnis mit Wolski nachgesagt. Sie soll ihm immer wieder Schecks ausgestellt und Geschenke gemacht haben. Prominentestes Geschenk war zweifellos ein Ferrari Maranello im Wert von 135 000 Euro, den Margit C. im September 2001 bezahlte und der auf Karin Wolski zugelassen war, pikanterweise auf eine Scheinadresse in Frankfurt. Dabei wohnte die Richterin im Landkreis Offenbach. Und im sich anbahnenden Wahlkampf um das Amt des Offenbacher Oberbürgermeisters hatte ihr dies den Vorwurf eingehandelt, sie schäme sich, mit Offenbacher Kennzeichen zu fahren. All das spielt vor dem Hintergrund eines erbittert geführten Familienstreites - weil sich Kinder von Ignaz und Margit C. um ihr Erbe geprellt fühlen. Vieles davon könnte nun im Prozess gegen Michael Wolski öffentlich werden und das Image einer der obersten hessischen Richterinnen erheblich beschädigen. Womöglich wird ab Mitte Oktober verhandelt - wenn Michael Wolski nicht noch in letzter Minute eine interne Einigung mit der Strafkammer gelingt.


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