Von Sabine Maurer
Kronberg, Königstein und Opel-Zoo streiten über öffentliche Querverbindung durch den Tierpark
KRONBERG Es ist ein idyllischer Weg, der mitten durch den Kronberger Opel-Zoo führt, doch er sorgt für reichlich Ärger. Denn der Philosophenweg ist öffentlich zugänglich, und das ist den Zoo-Betreibern gar nicht recht. Schließlich können die Spaziergänger, ohne Eintritt zu bezahlen, einen Teil des Freilandgeheges besichtigen. Außerdem müssen notgedrungen die Eintrittskarten der Zoobesucher am Philosophenweg noch einmal kontrolliert werden. "Das führt nicht nur zu einem erhöhten Personalaufwand, sondern auch zu Unverständnis bei unseren Besuchern", sagt Zoo-Direktor Thomas Kauffels. Weiterhin würden Vandalen nachts an dem Weg ihr Unwesen treiben, dabei seien auch schon Tiere verletzt und sogar getötet worden. Kein Wunder also, dass der Opel-Zoo die Situation am Philosophenweg ändern will. Ursprünglich hatte er geplant, vier Meter hohe Betonbrücken für die Besucher über den Weg zu bauen. Doch auch angesichts der Baukosten von etwa 1,5 Millionen Euro hat die Zoo-Verwaltung das Thema Brückenbau ad acta gelegt. Sie möchte nun, dass der seit jeher öffentliche Philosophenweg durch den Opel-Zoo nicht mehr von der Allgemeinheit genutzt werden darf und hat vor rund einem Jahr der Kronberger Stadtversammlung einen entsprechenden Vertrag vorgelegt. Im Gegenzug hat der Tierpark allen Bürgern von Kronberg freien Eintritt in den Zoo angeboten. Seitdem laufen die Diskussionen auf Hochtouren, und das nicht nur in Kronberg. Denn die Verhandlungen der Stadtverwaltung mit dem Zoo haben bei Politikern und Bürgern im benachbarten Königstein für Unmut gesorgt. Sie wollen ebenfalls einbezogen werden und ihren freien Zugang zu dem Philosophenweg, der beide Städte miteinander verbindet, verteidigen. Der Weg solle öffentlich bleiben und zumindest tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr frei zugänglich sein, fordert die Königsteiner Stadtverwaltung. Damit könne der nächtliche Vandalismus verhindert werden. Der Kronberger Bürgermeister Wilhelm Kreß (SPD) hält davon wenig. Dies bedeute, dass der Zugang zu dem Weg nach den Öffnungszeiten vom Zoo kontrolliert werden müsse, sagt er. Und dies würde für zusätzliche Kosten sorgen. Auch der Vorschlag aus den Kreisen von Kronberger Politikern nach einem elektronischen Zugangssystem in den Zoo per Chipkarte nach dem Vorbild des Frankfurter Palmengartens sei wohl nicht praktikabel. "Im Palmengarten haben sich diese Geräte nicht bewährt. Sie werden wieder abgebaut", sagt er. Das Tauziehen um den Philosophenweg geht im Frühjahr weiter, dann wird sich die Kronberger Stadtverordnetenversammlung wieder mit diesem Thema beschäftigen.

