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Rhein-Main 

Neue Schulen für das Land

13.02.2010 - WIESBADEN

Von Christoph Risch

BILDUNGSPOLITIK Alle Parteien suchen nach besseren Konzepten / Grüne legen eigene Vorschläge vor

Als der FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn jetzt während einer Fernsehsendung ankündigte, " in den nächsten Tagen oder Wochen" werde es ein Regierungskonzept für die Reform der Sekundarstufe I geben, war er etwas voreilig. Eine Neukonzeption sei derzeit in Arbeit, so das Kultusministerium, die Ergebnisse sollten möglichst rasch präsentiert werden. Ein Termin könne aber nicht genannt werden.

Die Sekundarstufe I

Während der Zeitpunkt also noch offen ist, steht doch fest: Alle Fraktionen im Landtag sind an einer Reform der Sekundarstufe I interessiert. Für CDU und FDP ist sie "ein zentrales Anliegen der Koalitionsfraktionen", allerdings gehe Sorgfalt vor Schnelligkeit, Was soviel heißt wie: Es wird noch eine Zeit lang dauern, bis ein Ergebnis vorgelegt wird. SPD und Linke denken ebenfalls über neue Konzepte nach und haben sie teilweise auch schon vorgestellt.

Die Grünen nutzten nun die gerade begonnene öffentliche Debatte, um eigene Vorstellungen für die, wie sie es nennen, Neue Schule, zu präsentieren. Eine Reform der Sekundarstufe I, auch Mittelstufe genannt, müsse mehr sein als die bloße Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen, so der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Mathias Wagner. Zunächst einmal müsse das Akzeptanzproblem der Hauptschule gelöst werden, was sich darin ausdrücke, dass nur noch vier Prozent der Grundschüler auf einer Hauptschule angemeldet werden. Wagner: "Die Eltern haben längst mit den Füßen abgestimmt. Alle bisherigen Versuche zur Stärkung der Hauptschule haben daran nichts ändern können."

Dies Problem könne gelöst werden, wenn alle bis zum Abschluss der Mittelstufe gemeinsam unterrichtet würden, und dann entschieden würde, wer den Haupt- oder Realschulabschluss macht und wer bis zum Abitur auf der Schule bleibt.

Durch das Offenhalten aller Bildungsabschlüsse könne auch G9 als Alternative zu G8 angeboten werden. Damit werde eine echte Wahlfreiheit für die Dauer des Gymnasialbesuchs geschaffen werden. In der Neuen Schule soll keine Klasse mehr als 25 Schüler haben, es soll ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsschulen geben und individuelle Förderung statt Querversetzung und Sitzen bleiben. Mehr Lehrer, aber vor allem mehr Sozialarbeiter, die in den Schüleralltag fest integriert sind, das alles kostet Geld. Die Grünen haben ausgerechnet, dass die Mehrkosten bei rund 100 Millionen Euro im Jahr liegen werden, wenn jede zweite Schule sich für das Konzept entschieden hat. Darauf legen die Grünen größten Wert: Jede Schule soll selbst bestimmen können, ob sie das Konzept übernimmt oder nicht.

Skeptische Blicke werfen diese Schüler von der Besuchertribüne im Landtag auf die Abgeordneten im Plenum. Dort läuft gerade eine der vielen Debatten zur Schulpolitik. Schulklassen besuchen das Parlament regelmäßig bei Bildungsthemen. Archiv/dpaVergrößern

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