Von Wolfgang Degen
“Der Wasseraustritt ist in einer Weise erfolgt, die für alle Fachleute überraschend ist", schildert Georg Mittelbach vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie. Mittelbach spricht von einem “nicht kalkulierbaren Ereignis". Er meint die Mengen an Wasser, die seit Donnerstagabend auf dem Gelände des Finanzministeriums an der Friedrich-Ebert-Allee an die Oberfläche strömen. Erst als Fontäne, dann blubbernd: Anfänglich geschätzte 360 Kubikmeter pro Stunde seit Donnerstagabend. Am frühen Freitagabend seien noch immer bis zu 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde ausgetreten, so die Schätzung.
Auslöser ist eine Geothermie-Probebohrung: Das Finanzministerium plant auf dem Gelände einen Anbau, und der soll energetisch vorbildlich und kostensparend in Passivbauweise errichtet werden. Die Erdwärme soll dafür angezapft und mit Wärmepumpen genutzt werden.
Am Mittwochnachmittag beginnt die unter Auflagen genehmigte Bohrung. Dann, in rund 130 Metern, wird eine wasserundurchlässige Schicht durchstoßen. Ein artesischer Brunnen tut sich auf. Das unter hohem Druck stehende Wasser hat nun ein Ventil. Die Bohrspezialisten der Fuldaer Firma Terra Therm versuchen zunächst mit eigenem Dichtmaterial dem Wasser beizukommen, vergeblich. Um 19.23 Uhr löst die Berufsfeuerwehr Alarm aus. “Bei Bohrungen in Wiesbaden, die wir bereits zuvor durchgeführt haben, ist dieses Problem nicht aufgetreten", sagt Jürgen Winter, Geschäftsführer der Bohrfirma. Pro Jahr führt Terra Therm rund 180 Bohrungen durch.
"Kein vergleichbares Ereignis in den letzten 30 bis 50 Jahren"
Die Dimension des Wasseraustritts sei für die Region “schon herausragend", kommentiert Ingo Sass von der Technischen Universität Darmstadt. Sass ist Experte auf dem Gebiet der Tiefengeothermie. Ihm sei aus der Region kein vergleichbares Ereignis aus den letzten 30 bis 50 Jahren bekannt, so Sass.
Bis zum späten Freitagabend ist es nicht gelungen, den Wasserfluss zu stoppen. Was nach oben kommt, ist graue Brühe, weil rund 56 Kubikmeter Beton zum Abdichten reingepumpt werden. Plan A, und fehlgeschlagen: Die Kraft der Natur, die von unten drückt, ist stärker. Der Betonschlamm entwickelt sich zeitweise zu einer bedrohlichen Situation für die Kläranlage, denn der Beton ist hoch angereichert mit Zement. Es wird ein Bypass installiert, um die Lösung an der Kläranlage vorbeizuschleusen. Über den Salzbachkanal wird das hochbasische Gemisch direkt in den Rhein geleitet. Eine reinigende Wasserkaskade ist aufgebaut, damit sich Schwebeteilchen absetzen können.
Kein Mensch vermag zu sagen, wie wie lange Wasser nach oben kommt.
Das sei “nicht abschätzbar", sagt Mittelbach. Er spricht von Wasserandrang, von “Zuströmung" von den Hängen. Es sei keine Blase, von der man wisse, dass sie irgendwann leer sein wird. Das nach oben strömende Wasser hat Folgen: “Im Untergrund wird viel Material bewegt", sagt Sass, weswegen die Standsicherheit der Gebäude besonderes Augenmerk verdient.


Öko - logisch
Nicht Herr Weimar hat gebohrt, sondern er wurde von der Ökolobby in diesen Wahnsinn getrieben.
All diese Techniken (incl. Solarzellen, Wärmedämmung, Atomkraft etc.) sind ohne massive Subventionen nicht lebensfähig.
Die unbeherrschte Technik ist das Verstehen (wollen) von lokalen geologischen Gegebenheiten (Bei einer Innenstadt reden wir hier über ein paar Meter Rechts oder Links!) und einer offensichtlich unzureichenden Bohrtechnik (ansonsten hätte die Bohrung dem Gegendruck standgehalten).
Die Bevölkerungsdichte von Island und die dortige Auswahl der Bohrpunkte unterscheidet sich meines Wissens deutlich von der Wiesbadener Innenstadt......
Genauso wie ein 150m Windrad 10km im Meer weniger stört wie im Garten des Nachbarn.....
Ist aber nett zu sehen, wie leicht Ökos von der "passenden" Lobby der Energisparlampen, Wärmedämmung, Solarzellen, Windkraftanlagen, etc. etc. manipulierbar sind. Die wollen nur unser Bestes, gelle...