Von Christoph Risch
Die SPD-Politikerin Petra Tursky-Hartmann hat einen Frankfurt-Krimi geschrieben / Nach einem Verlag musste sie nicht lange suchen
Gleich der erste Versuch ein Erfolg: Wovon viele Hobby-Schriftsteller nur träumen können, Petra Tursky-Hartmann hat es geschafft. Für ihr Erstlingswerk, einen Frankfurt-Krimi mit dem Titel "Darling", musste sie nicht lange nach einem Verlag suchen. Sie legte ihn dem Frankfurter Societäts-Verlag vor - und bekam wenig später eine Zusage.
"Klar, das hat mich sehr gefreut" sagt die Frau, die 1960 in Trier geboren wurde, aber seit langem in Frankfurt zu Hause ist. Ihr Buch hat sie unter dem Pseudonym Hanna Hartmann veröffentlicht. Freundinnen hatten ihr dazu geraten, weil dieser Name irgendwie freundlicher klinge als Petra Tursky-Hartmann. Mit dem Erfolg hatte sie nicht gerechnet, obwohl sie neben ihrem Job als Stewardess bei der Lufthansa Texte für Broschüren des Unternehmens geschrieben hatte, außerdem Kurzgeschichten. Dass sie sich an den Computer setzte, um einen Krimi zu schreiben, ist einer Fußverletzung zuzuschreiben, die sie sich während des Landtagswahlkampfs 2007 zugezogen hatte.
Damals trat sie als Kandidatin der SPD im Frankfurter Süden an. Als Befürworterin des Flughafenausbaus hatte sie sich knapp in der innerparteilichen Kampfkandidatur gegen eine Ausbaugegnerin durchgesetzt. Gegen den CDU-Kandidaten in ihrem Wahlkreis, den heutigen Minister Michael Boddenberg, hatte die SPD-Frau 2007 dann aber ebenso wenig eine Chance wie bei der Neuauflage der Wahl ein Jahr später.
Zur SPD war die Mutter von zwei Söhne über die Elternarbeit in Kindergarten und Schule gekommen. Sie wurde 1997 Vorsitzende des Ortsvereins Sachsenhausen, schloss im selben Jahr ihr Publizistikstudium in Mainz mit dem Magister ab, war mehrere Jahre in der Presseabteilung der SPD-Zentrale in Berlin als Leiterin für elektronische Medien zuständig und kehrte aus privaten Gründen 2002 nach Frankfurt zurück. Hier war Petra Tursky-Hartmann vier Jahre als PR-Managerin eines international arbeitenden Internet-Anbieters tätig, ehe sie in der SPD-Landtagsfraktion die Öffentlichkeitsarbeit übernahm - eine Funktion, die sie noch heute ausübt. Im Anschluss an den Wahlkampf 2007 musste sie ihren Zehenbruch ausheilen, drei Wochen lang war sie ans Haus gebunden. Es war die Zeit, in der der Roman entstand. Dass da eine Sozialdemokratin am Werk war, ist spürbar. Die ganze Sympathie der Autorin gilt dem Romanhelden Adrian, der sich als Taxifahrer durchs triste Leben schlägt. Vieles, was zu lesen ist, habe sie selbst erlebt. Makabre Orte in der Unterwelt der Mainmetropole hat sie auch selbst aufgesucht und sich dabei inspirieren lassen.
Krasser Wahlkampf
Ihre Wahlkämpfe hat sie als "wirklich krass" empfunden, ebenso die Ergebnisse. "Nichts ist manchmal, wie es scheint" habe sie gelernt. Das habe sie auch in ihrem Buch ausdrücken wollen. Wer Frankfurt jenseits der Bankenpaläste kennenleren will, dem sei die Lektüre empfohlen.

