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Flughafen 

Weniger Ausfälle durch Streik am Frankfurter Flughafen - Vier von fünf Flügen fanden statt

20.02.2012 - FRANKFURT

Am dritten Tag des Streiks auf dem Frankfurter Flughafen haben sich die Folgen für Passagiere und Fluggesellschaften abgeschwächt. Trotz des Ausstands von rund 200 Vorfeldbeschäftigten am Rosenmontag mussten laut Flughafenbetreiber Fraport nur 240 von 1.250 geplanten Starts und Landungen abgesagt werden. Damit wurde nur jeder fünfte Flug annulliert, 80 Prozent fanden bei guter Pünktlichkeit statt. Für den Dienstag rechnet die Lufthansa mit einer noch geringeren Zahl von Ausfällen. Um die Auswirkungen des Arbeitskampfes der Vorfeldlotsen, Einweiser und Disponenten abzufedern, hatte Fraport eigens Mitarbeiter geschult, die deren Aufgaben übernommen haben.

Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) entschlossen zu weiteren Streiks

In den festgefahrenen Tarifkonflikt war bis zum Abend keine Bewegung gekommen. Die Streikenden hatten am Montagmorgen die dritte und mit 48 Stunden bislang längste Runde ihres Arbeitskampfes bis Mittwochfrüh eingeläutet. Zuvor hatten sie am Donnerstag sieben Stunden und am Freitag 14 Stunden die Arbeit niedergelegt. Am Freitag fielen in Frankfurt rund 300 Flüge aus - für den Dienstag rechnet die Lufthansa mit 160 Ausfällen nach rund 200 am Montag.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bekräftigte ihre Entschlossenheit zu weiteren Streiks, um ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die Vorfeldbeschäftigten durchzusetzen."Wir hoffen, dass die Erhöhung des Drucks zu einem Einlenken von Fraport führt", erklärte GdF-Tarifvorstand Markus Siebers. Fraport-Personalchef Herbert Mai forderte die Gewerkschaft hingegen erneut zur kompromissbereiten Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Der Interkontinentalverkehr wurde laut Lufthansa weiterhin im vollen Umfang aufrechterhalten, der Flugplan innerhalb Deutschlands und Europas gezielt ausgedünnt. "Wir haben es immer besser im Griff, einen stabilen Flugverkehr abzuwickeln", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Der Flugverkehr mit zahlreichen Umbuchungen auf andere Flüge und das Umsteigen auf die Bahn liefen "den Umständen entsprechend reibungslos", ergänzte eine Sprecherin. Konkurrent Air Berlin berichtete ebenfalls von einigen Ausfällen nach Frankfurt. Die Passagiere werden aber ebenfalls umgebucht.

Fluggesellschaften loben gutes Krisenmanagement - Umsteigen auf Bahn

Viele Reisende steigen auf die Fernzüge der Deutschen Bahn um. Besonders auf den Nord-Süd-Strecken nach Stuttgart, München, Berlin und Hamburg seien mehr Fahrgäste unterwegs, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Es gebe dadurch aber keine Probleme. Züge seien verlängert worden. "Alles, was rollen kann, rollt", sagte der Sprecher.

Auch die übrigen Fluggesellschaften zeigten sich zufrieden mit dem Krisen-Management, das insbesondere die interkontinentalen Verbindungen bevorzugt. Martin Gaebges vom Airline-Verband Barig stärkte der Fraport den Rücken: "Letztlich müssten wir die höheren Entgelte über die Gebühren bezahlen."

Fraport will zwar die Forderungen für die Vorfeldlotsen weitgehend erfüllen, nicht aber die Berufsgruppen der Einweiser und der Disponenten ebenfalls aus ihrem Tarifgefüge entlassen. Die geforderte Bezahlung stehe in keinem Verhältnis zu ähnlichen Tätigkeiten auf dem Flughafen, betonte das Unternehmen am Montag erneut. Man müsse aber das gesamte Unternehmen im Blick haben und habe aus diesem Grund auch den Schlichterspruch von Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust abgelehnt. Die GdF hatte danach ihre Forderungen noch verschärft und will nun unter anderem die verlangten Erhöhungen auf einen Schlag.

Ein Mitarbeiter weist am auf einem Flughafen ein Flugzeug auf seine Parkposition ein. Archivfoto: dpa

Ein Mitarbeiter weist am auf einem Flughafen ein Flugzeug auf seine Parkposition ein. Archivfoto: dpaVergrößern

Service
Flugreisende können sich nach Angaben von Fraport unter folgender Rufnummer über die Lage am Frankfurter Flughafen informieren: 01805-3724636 (laut Fraport-Website 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz)
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