Von Angelika Heyer
ERDBEEREN Nasser Boden macht Pflückern zu schaffen / Mit Qualität noch zufrieden
MAIN-TAUNUS. Das kühle und regnerische Wetter hat die Reife der Erdbeeren erheblich verzögert. Der Krifteler Obstbauer Theo Hasenbach geht davon aus, dass der Reifeprozess um mindestens zehn bis 14 Tage verschoben wurde, der Wallauer Landwirt Reiner Paul spricht sogar von einem zweieinhalb Wochen späteren Erntebeginn als üblich. Die Qualität der Früchte sei aber trotzdem gut, sind sich beide einig, allerdings leidet die Ertragsmenge. Hasenbach schätzt, dass im Vergleich zu „normalen“ Jahren bislang etwa 30 Prozent weniger Erdbeeren gepflückt werden konnten. Zudem sei die Ernte beschwerlich.
Pflückwägelchen
Das gilt besonders für die Krifteler Obstbauern, die Pflückwägelchen einsetzen. Diese kämen in dem aufgeweichten Boden nur schwer voran. Beim Wallauer Landwirt Paul verzichtet man von vornherein auf diese Technik. Er habe zwar mal einen Versuch mit den Wägelchen gestartet, aber die Pflücker hätten über stärkere Rückenschmerzen geklagt.
Beide Landwirte hoffen dringend auf trockenes Wetter - zu heiß müsse es allerdings nicht werden. Bei 20 bis 25 Grad hätten die Früchte am besten Zeit, langsam heranzureifen und ein gutes Aroma zu entwickeln.
Die größten Schäden richtet der Regen laut Theo Hasenbach während der Blütezeit an. Dann würden die Erdbeeren schon mit Fäulnis infiziert. Das Thema ist auch jetzt, Anfang Juni, noch nicht vom Tisch. Seine späteste Sorte, die neue Sorte „Malbina“, fange gerade erst zu blühen an, sagt Paul. Sie wird erst in fünf bis sechs Wochen reif sein.
Ob die Saison in diesem Jahr wegen des späten Beginns nach hinten hinaus besonders lang wird, hängt vom Wetter der nächsten Wochen ab. Wird es heiß, dann „reift alles auf einen Schlag“, sagt Reiner Paul. Bleiben die Temperaturen hingegen gemäßigt, kann es noch viele Wochen lang frische Erdbeeren aus unserer heimischen Region geben.
Prasselt der Regen auf die Erdbeeren nieder, dann leidet auch die Lagerfähigkeit. Denn die Früchte kriegen dann oben kleine Risse. Für sie sei das allerdings kein so großes Problem, sagt der Wallauer, weil sein Betrieb die Erdbeeren am gleichen Tag in den Direktverkauf gebe. Was hingegen gar nicht läuft, sind die Vorbereitungen für die Ernte im kommenden Jahr. „Eigentlich müssten wir die Erdbeeren für das kommende Jahr jetzt pflanzen“, sagt Paul. Aber daran sei bei dem extrem nassen Boden zurzeit nicht zu denken.

