Von Martina Weyand-Ong
Bahá´í-Sommerfest in Langenhain zieht Menschen aus ganz Deutschland und den Nachbarstaaten an
LANGENHAIN Das Sommerfest der Bahá´í ist für viele ein fester Termin im Kalender. Bei Livemusik, Tanz und internationalen Spezialitäten trafen sich Bahá´í auch von weiter her und Menschen aus der Umgebung.
Wer wegen des Schmuddelwetters gedacht hatte, dass er rund um den Langenhainer Bahá´í-Tempel - wie er im Volksmund genannt wird - einen Parkplatz mit einem kurzen Weg zum Parkgelände rund um das Haus der Andacht bekommt, der irrte gewaltig. Denn es hatten sich nur wenige vom Wetter daran hindern lassen, dass Bahá´í-Sommerfest zu besuchen. Vielmehr bewiesen die vielen Busse und Pkw aus allen möglichen deutschen Städten sowie England, der Schweiz, Luxemburg und Belgien, dass das alljährliche Sommerfest rund um Europas einziges Haus der Andacht der Bahá´í mit seinem multikulturellen Programm und seinen internationalen Speisen durchaus auch weit über die Dorfgrenzen Langenhains Zugkraft hat. Nur auf die sonst üblichen Melonen, die insbesondere bei den Sommerfesten mit richtigen hochsommerlichen Temperaturen gefragt waren, hatte das Fest-Organisationsteam dieses Mal wegen der eher herbstlich anmutenden Wetterlage verzichtet. Trotzdem dürften auch dieses Mal wieder weit mehr als 2000 Besucher zusammengekommen sein, die dann einfach das Beste aus der Situation machten. Als es etwa beim Auftritt der Rap-Gruppe Lightfire anfing zu regnen, drängte es viele auf die überdachte Bühne zum Mit-Rappen. Und selbst diejenigen, die nur unter einem der vielen weißen Sonnenschirme Schutz vor den Regenschauern gefunden hatten, ließen sich mitreißen vom Rhythmus der anderen Programmpunkte wie der Rockband Superior to sample, der Tanzgruppe Anthems of Unity, der Klassischen Gitarren-Musik Klaus Müller oder den von Stefan Mennemeier vorgetragenen jiddischen Liedern. Der Funke sprang auch über als die indische Tanzmeisterin Bharati Avireddy indischen Tanz der Meisterklasse darbot. Und selbst noch am Spätnachmittag konnte Omid Pourmand mit persischen Liedern die Besucher mitreißen, die sich tanzend vor der Bühne drängelten. "Wenn sich die Bahá´í aus England, der Schweiz r und den vielen anderen Ländern einmal im Jahr auf den Weg hierher machen, dann kehren die nicht mehr um wegen ein paar Regenschauern", sagte Wolfgang Weber vom Sommerfest-Organisationsteam. Und da immerhin rund die Hälfte der Besucher Bahá´í seien, weshalb es auch dieses Mal zwei Andachten im Haus der Andacht gab, habe das Sommerfest stets schon einmal sein festes Stammpublikum. Aber auch die Besucher aus der Region und Langenhain hielt das wechselhafte Wetter nicht ab. Denn schon etwa eine Stunde vor dem Ende des Sommerfestes waren die Essens-Stände mit Ausnahme des Salat-Büffets so gut wie ausverkauft. Selbst der extra aus Webers Wohnort Erlensee georderte italienische Eisstand hatte nur noch Vanille als einzige Sorte zu bieten. "Kuku", die persische Eierspeise mit frisch gehackten Kräutern, war schon viel früher ausverkauft. Ebenso gefragt gewesen waren die Putenfleischspieße, das in Tontöpfen gegarte mittelamerikanische Essen, die Chinesischen Köstlichkeiten sowie die Würstchen vom Grill. Und ebenso wie in den Vorjahren sackte immer wieder einmal die Stromversorgung ab. Im Rahmen der anstehenden Sanierung der Heizungsanlage im Haus der Andacht soll deshalb auch eine bessere Stromzufuhr für das Sommerfest realisiert werden. Neu war, dass eine von Ortsvorsteher Armin Jakob und dem Vereinsring zusammengestellte Gruppe von 18 kräftigen Langenhainer Burschen beim Abbau des Sommerfestes half, was als ein Zeichen für das gute Miteinander im Ort gewertet wurde.

