Hemdkragen glitzern um die Wette
12.04.2010 - HOFHEIM
Von Mirja Pütz
BENEFIZTURNIER Mit 7000 Euro wurde Erlös vom vergangenen Jahr verdoppelt/Hofheimer Dritte beim Bärenherz-Pokal
Ohne eine gesunde Portion sportlichen Ehrgeiz gehen Formationstänzer gar nicht erst auf die Tanzfläche. Benefizturniere bilden in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Für den guten Zweck, aber auch ein kleines bisschen für den eigenen Wettkampfgeist, zeigten die elf Lateinformationen aus drei Bundeländern in Hofheim ihr Können, um Spenden zu sammeln und wetteiferten um den zweiten Bärenherzpokal.
Die hessischen Latein-Formationstänzer haben gerade eine anstrengende Turniersaison hinter sich. Um das Erbenheimer Kinderhospiz "Bärenherz" zu unterstützen legen die Tänzer gerne nochmal nach und zeigen Turniertanz in Hochform. Die Tanzsportclubs Metropol Hofheim und Fischbach haben den Benefizwettbewerb letztes Jahr mit großem Erfolg ins Leben gerufen und nie an einer Fortsetzung gezweifelt, erzählt Daniela Sauer vom TSC Metropol.
Organisation im Internet
"In diesem Jahr hatten wir sogar Anfragen aus Österreich und Kontakte in die Niederlande", erzählt die Jugendwartin. und ergänzt: "Bei der Organisation des Benefizwettbewerbes ist das Internet eindeutig unser Freund". Mit dem Besuch aus dem Ausland hat es diesmal zwar nicht funktioniert, weil die Turnierplanungen in jedem Land anders laufen. In den einschlägigen Tanzforen hat sich der noch junge "Bärenherzpokal" aber längst herumgesprochen. Diesmal gingen elf Formationen aus Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen an den Start, um in der fast ausverkauften Stadthalle, Spenden für das Kinderhospiz zu ertanzen.
Es galt 180 Quadratmeter Tanzfläche mit heißen lateinamerikanischen Leben zu füllen und jeder einzelne der 176 Tänzer nahm diese Aufgabe mit strahlendem Lächeln an. Die Hemdkragen der Männer glitzerten um die Wette und die kurzen Röcke der Damen standen im Kampf um die Gunst des spendierfreudigen Publikums und der sieben Wertungsrichter keine Sekunde still. Die Mühe hat sich gelohnt: 7 000 Euro können die Tänzer an Bärenherz überreichen. Der Erlös ist damit mehr als doppelt so hoch als im letzten Jahr, und das sei vor allem dem neuen Sponsor zu verdanken, sagt Sauer. Proctor und Gamble stellte nicht nur eine attraktive, gut sortierte Tombola "Rund um die Schönheit" zur Verfügung, sondern hat "Bärenherz" gleich zu einem Projekt für Auszubildende ausgeweitet. Mit dem Kuchenverkauf sind schon vor dem Turnier allein 2000 Euro in die Kasse gekommen.
Der Benefiz-Tanzwettbewerb sei zwar ligaübergreifend, aber das heiße noch lange nicht, dass allein die Rangliste zählt. "Manchmal entscheidet nur eine Nuance", erklärt Daniela Sauer. Vom Publikum ausgiebig bejubelt waren natürlich die Gastgebervereine. Die gemeinsame Lateinformation ist gerade in die Regionalliga aufgestiegen, und die noch frische Siegerlaune sprang direkt auf das Publikum über. Manchmal wild wirbelnd und manchmal elegant gebogen tanzte sich die Gruppe in ihrem Programm "Miami Latin Stars" durch ChaChaCha, Samba, Jive, Rumba und Paso Doble, dem Pflichtprogramm aller Formationen. Die Kampfrichter belohnten die Gruppe mit dem dritten Platz.
Einen gläsernen Bärenherzpokal dürfen, wegen des guten Zwecks, alle Teilnehmer mit nach Hause nehmen. Den ersten Platz in der Richterwertung konnte sich aber der TSC RotGold Casino Nürnberg mit ihrer Latinoversion des Musicals "Queen" sichern. Der zweite Platz ging an den TSC Usingen mit "Fortis Nova".

