Auf ihre Kosten kamen nur die "Partner auf vier Pfoten"
22.02.2010 - WALLAU
Von Martina Weyand-Ong
VERKAUFSMESSE Geringe Resonanz auf Ausstellung mit Hunde-Artikeln/Besucher wie Anbieter hatten sich mehr erhofft
Zeitweise hatte man bei der Ausstellung "Mein Hund - Partner auf vier Pfoten" den Eindruck, dass mehr Vierbeiner als Menschen im Erdgeschoss des Ardek-Messe-Centrums waren. Denn statt der erhofften 6000 Besucher am Samstag und Sonntag kamen wesentlich weniger Hundeliebhaber zur ersten Messe dieser Art nach Wallau, was bei manchen der Aussteller zu großem Frust führte. Aber auch viele Besucher hatten sich mehr erhofft von der Ausstellung rund um den Hund.
Richtig zufrieden waren dagegen die Vierbeiner, die beispielsweise bei "Connys-Hundekeksmanufaktur" gerne mal die ganze Palette vom Leckerli mit Käsegeschmack über glutenfreies Knabberzeug bis zum Leberkräcker ausprobierten. "Ich hatte gedacht, dass sich auch Hundeschulen aus der Region präsentieren und Agility-Kurse oder ähnliches anbieten", sagte ein Langenhainer Frauchen eines großen schwarzen Mischlings enttäuscht. "War das schon alles", fragten sich auch eine Hofheimerin und deren Tochter, die sich mehr und ein interessanteres Angebot für ihren Golden Retriever erhofft hatten. "Bei anderen Ausstellungen dieser Art ist teilweise so viel los, dass man kaum noch durchkommt", schimpfte ein Anbieter von Qualitäts- und Spezialtiernahrung. An anderen Ständen wurde die nicht allzu große Besucher-Resonanz bei dieser ersten Hundemesse in Wallau nicht so dramatisch gesehen.
Gleich am Eingang gab es ein Plenum für die recht gut besuchten Vorträge, die von homöopathischen Anwendungen bei Hunden bis zu Milben- und Zecken-Prävention reichten. Im hinteren Teil war ein großer Parcours aufgebaut für Agility- und Dogdance-Vorführungen. Schräg gegenüber konnte man gegen Gebühr seinen Hund als Model für den "Superdog"-Kontest "casten" lassen. Wer wollte, konnte zudem seinen Liebling an Ort und Stelle für ein Foto-Shooting mit 25 bis 25 Bildern für zehn Euro auf CD gebrannt anmelden. So manch einer der so ins Rampenlicht gerückten Vierbeiner hatte dabei aber eher Lust auf Spielen oder Herumlümmeln denn aufs Posen.
Ein Schwerpunkt der Messe war Hundefutter. Dazu gehörte beispielsweise Trockenfutter, das garantiert nur aus Fleisch hergestellt sei, dass auch Menschen verzehren würden. Wer wollte, konnte für seinen "Partner auf vier Pfoten" dazu große Säcke mit getrockneten Schweineohren, Pansen oder Rinderluftröhren mit nach Hause nehmen.
An den Messe-Ständen wurden auch allerlei Accessoires für Hunde angeboten: chice Nieten- oder handgefertigte Lederhalsbänder, Halstücher und Mäntelchen bis zur rosaroten "Heißen Höschen" mit Trägern für läufige Hündinnen. Dazu gab es Hundedecken und -Betten in allen Variationen. Mit zum Angebot gehörte auch ein spezieller Sauger, der die eingesaugte Luft mit Wasser reinigt und ein "haar- und staubfreies Leben" versprach.
Zu den Ausstellern gehörte neben dem Wiesbadener Tierheim, das für einige Hunde auf neue Herrchen hoffte, auch das im Wallauer Gewerbegebiet ansässige Tierbestattungsinstitut "Abendroth". Inhaber Bernd Krause störte sich nicht daran, dass am Samstag nur gut 1000 Besucher gekommen waren und auch der Messe-Sonntag nicht mit Tausenden Interessierten aufwartete. Der letzte freie Tierbestatter, der keiner Franchise-Kette angehört, nutzte eben die Zeit für viele ausführliche Beratungsgespräche und Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Tierbestattung.

