Von Martina Weyand-Ong
BEBAUUNGSPLAN CDU lässt kein gutes Haar an Ikea-Fertighäusern / SPD reagiert mit wütender Verärgerung
Anfang letzter Woche schien es bereits in trockenen Tüchern zu sein, dass am Ortseingang von Langenhain bald eine Siedlung mit 18 Ikea-Fertighäusern "In der Spilsit" gegenüber dem Wohnriegel der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) entstehen kann, die von Bien Zenker gebaut wird. Denn der Bauausschuss hatte sich damals einstimmig für die Offenlage der Bebauungsplan-Änderung ausgesprochen. Architekt und CDU-Parteivorsitzender Frank Härder, der schon im Ausschuss die Ikea-Fertighäuser mit Nachkriegsbaracken verglichen hatte, stellte jetzt in der Stadtverordnetenversammlung überraschend den Antrag auf Vertagung der Angelegenheit, was von der Parlamentsmehrheit nach längerer Diskussion angenommen wurde. "Ist es wirklich nötig, da so etwas hinzusetzen", fragte er.
Dass Härder seinen Vertagungswunsch damit begründete, dass die aktuelle Planung nicht mit der bereits im Ortsbeirat präsentierten übereinstimme, verärgerte Stadtrat und Baudezernent Wolfgang Winckler (SPD) sichtlich. Der Magistrat habe den Bebauungsplan nur geringfügig geändert, so dass jetzt beispielsweise Hausgruppen bis zu einer Länge von maximal 25 Metern realisiert werden könnten, so der Baudezernent. Außerdem spiele Zeit hier eine große Rolle, betonte Winckler. Und tatsächlich hat der Ikea-Konzern über die Wirtschaftspresse öffentlich kundgetan, dass bereits im Frühjahr an mehreren Standorten auch in Deutschland der Einstieg ins Fertighausgeschäft starten soll.
Frage nach Auflagen
Härder monierte dagegen, dass andere Bauherrn vom Bebauungsplan her strengere Vorgaben wie beispielsweise zur Dachneigung gemacht bekommen würden. "Und dann kommt Ikea daher und dann wird einfach der Bebauungsplan geändert und einfach ein Stalldach draufgesetzt", sparte der CDU-Parteichef nicht mit scharfen Worten.
Warum Winckler so erbost war, war allen in der SPD-Fraktion klar, nachdem CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Henninger vor der Diskussion und Abstimmung wegen persönlicher Befangenheit den Sitzungssaal verlassen hatte. Denn, dass ausgerechnet der CDU-Chef im Stadtparlament zu den Anwohnern des neuen geplanten Ikea-Fertighausbaugebiets gehört, passte in den Augen der Sozialdemokraten zu der "unverantwortlichen Klientelpolitik", die sie der CDU schon bei der Haushaltsdebatte zuvor vorgeworfen hatte.
Schützenhilfe bekam die CDU allerdings von dem Langenhainer FWG-Mann Ernst Hellmold, der darauf verwies, dass die Stimmung im Bergdorf hochgekocht sei nach Bekanntwerden der Ikea-Fertighauspläne. Deshalb sei es wichtig, den Ortsbeirat mit einzubeziehen. Der sei nur zu Beginn des Verfahrens beteiligt worden, danach aber nicht mehr, so Hellmold.
An diesem Abend hatten die Parlamentarier zudem ein Schreiben eines Anwohners in ihren Unterlagen, der ebenfalls die geplanten Ikea-Fertighäuser kritisiert. Während er wegen des Bebauungsplanes nicht alle Wünsche beim Hausbau habe umsetzen können, bleibe jetzt von Seiten der Stadt kaum eine Regel ungebrochen, wird in dem Schreiben moniert. Die Stadt habe keine Bedenken gehabt, Grundstückspreise von 500 Euro pro Quadratmeter zu nehmen und nun die Interessen der Anwohner mit Füßen zu treten.

