Von Martina Weyand-Ong
BAUAUSSCHUSS Baufirma Bien-Zenker will in Hofheim mit dem Möbelhaus zusammenarbeiten
Wer der Investor ist, für den die Rathausverwaltung noch einmal an die geplante Änderung des Bebauungsplanes 59 "Südlich zu den Eichen (In der Spilsit)" in Langenhain herangegangen ist und für den die Angelegenheit Ende 2009 deshalb noch einmal in den Gremien vertagt wurde, das verriet Stadtrat Wolfgang Winckler jetzt im Bau-Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung. "Der Interessent heißt Bien-Zenker, der in Kooperation mit Ikea einen besonderen Typ Fertighäuser in Deutschland etablieren will", betonte der Bau-Dezernent. Ein entsprechendes Musterhaus sei auf dem Ikea-Gelände in Wallau geplant, das bald erweitert werden soll. Und natürlich habe Ikea großes Interesse dran, in der Nähe von Wallau auch noch mehr solcher Häuser zu bauen, so Winckler. Das wird jetzt in dem kompletten Areal des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes geschehen.
Verkaufserlös geheim
Die Stadt Hofheim habe mit Bien-Zenker über das Gebiet "In der Spilsit" gesprochen und sei handelseinig geworden, sagte Winckler. Den Verkaufserlös wollte er in der öffentlichen Sitzung jedoch nicht preisgeben. Der Stadt Hofheim ist es jedoch offenbar sehr recht, dass Bien-Zenker das gesamte Areal schräg gegenüber vom Wohnblock der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft kaufen will, das noch vor einiger Zeit gar nicht so hoch im Kurs stand bei möglichen Investoren. Bis auf wenige Änderungen passen auch die Wünsche des jetzt gefundenen Investors an die Bebauungsplan-Vorgaben.
Laut dem vorgelegten Baukonzept werden "In der Spilsit" nun wieder Reihenhäuser zugelassen und zwar insgesamt 18. Es werden zwei Vierergruppen, zwei Dreiergruppen und zwei Zweiergruppen entstehen. Auf die ursprünglich angedachte Garagenwand parallel zur Oranienstraße wird jetzt verzichtet. Neben den Stellplätzen für die Anwohner zwischen den Häusergruppen, wird es noch drei zusätzliche Parkplätze für den Besucherverkehr geben in der als Privatstraße angelegten Einbahnverbindung von der Straße "Im Brand" bis zur Straße "In der Spilsit". Mit dieser durchgängigen, vier Meter breiten Verbindung, die neu im Bebauungsplan aufgenommen wurde statt der bisherigen Sackgasse mit Wendehammer, werden nun auch die Wünsche der bereits in diesem Bereich wohnenden Langenhainer sowie ein entsprechender Antrag des Ortsbeirats berücksichtigt.
Zudem wird die ursprünglich festgesetzte Mindestdachneigung auf 20 Grad reduziert, so dass sich die Reihenhäuser mit ihren Flach- beziehungsweise Pultdächern nicht übermäßig in die Höhe hin entwickeln können, was ebenfalls dem Ergebnis der Bürgerbeteiligung entspricht. Erlaubt sind dagegen einige Gartenhäuser, die in einer Gemeinschaftsanlage als Kellerersatzräume dienen sollen, da die mit 179000 Euro für diese Region sehr günstigen Reihenhäuser nicht unterkellert sind. Die Ikea-Fertighäuser werden auf zwei Geschossen 100 Quadratmeter Wohnfläche bieten.
Vor der Sommerpause soll der Bebauungsplan nach der gerade beschlossenen Offenlegung festgezurrt sein. Wie auf der entsprechenden Internetseite www.BoKlok.com nachzulesen ist, die die Ikea-Fertighäuser bewirbt, will der Konzern in diesem Segment aber bereits im Frühjahr in Deutschland starten.
Neben dem Vorhaben in Hofheim-Langenhain sind ähnliche Projekte in Wiesbaden, Offenbach und Nürnberg geplant. Während die Hofheimer SPD das neue preisgünstige Fertighaus-Angebot lobte, verglich Architekt und CDU-Vorsitzender Frank Härder die schlichten Fertighäuser mit "Behelfsbaracken, die nach dem Krieg gebaut wurden".

