Schulbibliothekstag in Hofheimer Gesamtschule
(dru). Schule und Bücher gehören eigentlich untrennbar zusammen. Um so erstaunlicher erscheint es da, dass in vielen hessischen Schulbibliotheken anscheinend absoluter Notstand herrscht, da dies ein Bereich ist, um den man sich zu wenig kümmere. Auf dem 19. Hessischen Schulbibliothekstag, der in diesem Jahr in der Hofheimer Gesamtschule am Rosenberg stattfand, betonte man deshalb auch die Bedeutung von gut organisierten und ausgestatteten Bibliotheken innerhalb von Schulen und stellte Konzepte zur Förderung des Medienbewusstseins bei Schülern vor. Auf dem Gebiet der Schulbibliotheken dürfe die Hofheimer Gesamtschule als Vorbild gelten, schließlich investierte man erst im letzten Jahr eine große Summe für den Neubau einer schuleigenen Bücherei.
380 Teilnehmer
Die Gäste waren aus ganz Hessen und aus vielen anderen Bundesländern nach Hofheim angereist. Neben dem Schulleiter Bernhard Enke richtete auch der australische Professor James Henry, der auf seiner Rundreise durch Europa eigens nach Hofheim gekommen war, Grußworte an die rund 380 Gäste. Mit Henry war es den Veranstaltern gelungen, einen internationalen Experten auf dem Gebiet des Schulbibliothekswesens für die Veranstaltung zu gewinnen. Ein erster, mit Spannung erwarteter Höhepunkt bestand in der Verleihung des Preises für die "Schulbibliothek des Jahres 2009", der mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung ging an die Dietzenbacher Aue-Schule, die sich gegen 45 andere Bewerber durchsetzen konnte. Prämiiert werden sollte jene Schulbibliothek, die sich im Vorfeld besonders aktiv darum bemühte, im Rahmen ihrer alltäglichen pädagogischen Arbeit kreative Ideen bei der Einrichtung, der Leseförderung sowie bei der Vermittlung von Medien- und Recherchekompetenz zu realisieren.
38 Workshops
Im Anschluss an die Preisverleihung begannen am Vormittag die ersten der insgesamt 38 Workshops, zu denen sich die Lehrer und die anderen Besucher angemeldet hatten. In den Gruppen erarbeiteten und diskutierten sie unter fachmännischer Leitung relevante Problemstellungen aus dem Schulalltag, die sich alle um die Themenbereiche Lesen, Medienkompetenz und Schulbibliothek drehten
So stellte beispielsweise Ulrike Krystek-Theissen, Fachberaterin für Leseförderung, Strategien zur Förderung von Leseverständnis in allen Fächern vor, während unter anderem Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn über die Grundlagen der Finanzierung von Schulbibliotheken referierte. Das dargebotene Angebot an Informationsmöglichkeiten wurde von den Gästen mit großer Resonanz wahrgenommen und mit Sicherheit nahmen viele von ihnen wichtige Anregungen mit in ihren Schulalltag.
Mit der Aushändigung der Tagungsbescheinigungen und der Fortbildungspunkte, die hessische Lehrer sammeln müssen, endete der Schulbibliothekstag. Maßgeblich verantwortlich für die Organisation und Planung der Veranstaltung war unter anderem Rolf Richter, der stellvertretende Leiter der Hofheimer Gesamtschule und Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen.

