Begeistert von lustigen Trainingseinheiten
09.05.2011 - HOCHHEIM
Von Christien Dressler
GARDETANZ Erfolgreicher Schnuppertag beim Tanzsportclub Hochheim / Neuaufnahmen in allen Altersklassen möglich
Gardetanz macht im 1. Tanzsportclub Hochheim so viel Spaß und ist so lustig, dass man bei den netten Trainerinnen gar nicht merkt, wie anstrengend der Sport ist. Das sagten alle neun Mädchen, die das Schnuppertraining des Vereins besuchten. Sogar erst Vier- und Fünfjährige wie Angelina und Lina fesselte das Programm von Silvia Müller und Melanie Nowitzki so, dass sie in den 90 Minuten kein Mal nach ihren Mamas schauten, die sie in die Weinbergschule gebracht hatten. Dabei hatten sich die Mädchen vor Beginn noch eng an die Mütter gekuschelt und sich vergewissert, dass sie „nicht weggehen“ und „da bleiben“. Natascha, mit neun Jahren die älteste Anfängerin, gefielen dazu die parallel laufenden Trainings der Schüler- und Jugendgruppe so gut, dass sie fragte, ob sie zur Schülergruppe wechseln könne.
„Das ist kein Problem“, antwortete Müller und erklärte: „Wir haben in jeder Gruppe mindestens zwei Trainerinnen, sodass sich immer jemand um diejenigen kümmern kann, die neu dazu kommen.“ Nataschas Mutter, die das Angebot im Internet entdeckt hatte, war so glücklich wie die Tochter: „Hier ist Natascha sinnvoll beschäftigt.“ Genauso froh war Violettas Mutter, die selbst in einer russischen Tanzschule trainiert, für ihre tanzbegeisterte Tochter endlich einen Kurs gefunden zu haben, in dem sie sich wohlfühlt. Auch Mütter ohne Tanzerfahrung überzeugte das Training: „Das tut Angelinas Entwicklung gut und sie kann auch Freundinnen finden“, sagte ihre Mutter.
„Sollen wir loslegen?“, fragte Nowitzki dann. Aufgefordert von ihren Müttern folgten die Mädchen den Trainerinnen zaghaft durch die Turnhalle. Doch kaum saßen sie im Kreis auf dem Boden, verloren sie ihre Schüchternheit. „Was ist Gardetanz?“, wollte nicht nur Natascha wissen und alle guckten Nowitzki gespannt an. „Kennt ihr die Mädchen, die an Fastnacht in den bunten Kostümen mit dem flauschigen Rock tanzen“, fragte Nowitzki und alle nickten strahlend. „Unser Ziel ist, dass ihr auch auf Turniere geht, wenn ihr die Grundschritte und die Reihenfolgen könnt.“ Das wollten alle und machten schon beim Aufwärmspiel mit Feuereifer mit.
Wie Karottenziehen geht, erklärte Marie: „Alle müssen sich auf den Bauch legen und festhalten.“ Flugs lagen alle als „Karotten“ im Kreis auf dem Bauch. Kichernd hielten sie sich an den Händen, während Marie als erster „Bauer“ Maren am Bein packte und daran zog, bis Maren sich nicht mehr festhalten konnte. Sie sprang auf und zog als weiterer „Bauer“ mit Marie die nächsten „Karotten“, die ebenfalls zu „Bauern“ wurden. „Noch mal!“, riefen die Mädchen und wiederholten das Spiel wieder und wieder.
Danach überlegten sie mit Nowitzki, wie sie sich zu der Musik bewegen könnten, die Müller auflegte. Stellte Müller sie lauter, rannten alle schnell. Wurde die Musik leise, gingen alle langsam oder watschelten in der Hocke. Ebenso konzentriert machten Jennifer und die anderen Mädchen nach dem Aufwärmen Dehnübungen und erste Tanzschritte mit.
Während die Mädchen im Wechsel Hacke und Spitze auf den Boden setzten, informierte Müller: Um mitzumachen, benötige man nur Sportschläppchen und müsse sich gern bewegen wollen. Da Gardetanz ein Gruppensport sei, trainiere er neben der Fitness auch das Sozialverhalten: „Der Zusammenhalt bedeutet uns mehr als die sportliche Leistung.“
Wie attraktiv der Gardetanzsport beim 1. Tanzsportclub Hochheim ist, beweist die Tatsache, dass fast alle Aktiven über Jahre bis ins Erwachsenenalter dabei bleiben. In der Weinbergschule trainieren parallel zurzeit 46 Mädchen und Frauen zwischen sieben und 29 Jahren in drei Gruppen: Schülerklasse, Jugendklasse und Hauptklasse. Sie nehmen ebenfalls jederzeit neue Tänzerinnen und Tänzer auf.

