Hochheimer Eisbrocken: Laborananalyse schließt Flugzeug als Ursache aus
10.02.2012 - FLÖRSHEIM/HOCHHEIM
Von Susanne Wildmeister
Die beiden im Hochheimer Wisperweg sichergestellten Eisstücke stammen nicht von einem Flugzeug. Dies habe die Untersuchung durch das Chemisch Analytische Laboratorium (CAL) in Darmstadt ergeben, betonte gestern Fraport-Sprecher Dieter Hulick gegenüber der „Main-Spitze“. Die Untersuchung eines weiteren Vorfalls in der Rheinallee in Flörsheim (wir berichteten) stehe noch aus.
Stammt Eis von Abluftrohren am Haus?
Die im Labor ermittelten Werte ließen keinerlei Rückschlüsse zu, dass es zwischen den sichergestellten Eisklumpen und einem Luftfahrzeug einen Zusammenhang geben könnte, sagte Hulick. Dafür sprächen beispielsweise erhöhte Nitratwerte. Vermutet werde im Fall der Hochheimer Eisbrocken, dass sie sich an den Abluftrohren der Häuser gebildet haben. Dafür sprächen auch Fotoaufnahmen, die eine Übereinstimmung zwischen den Rohren und Einkerbungen an den Eisstücken zeigten.
Nähere Informationen konnte Hulick zu den Laboranalysen nicht geben und auch CAL in Darmstadt stand gestern nicht für weitergehende Auskünfte zur Verfügung.
Wie Hulick betonte, leite zwar Fraport die Ermittlungen in derartigen Fällen ein, schicke Mitarbeiter vor Ort und lasse die Eisstücke untersuchen. Dies geschehe jedoch in einem „unabhängigen Labor“. Die betroffenen Bürger bekämen im Nachgang die Laborergebnisse zugestellt.
Fraport müsse übergeordneten Behörden gegenüber nicht über derartige Vorkommnisse berichten. Diese seien nicht meldepflichtig.
Vorfälle mit Eisstücken gebe es selten, in der Regel einmal in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Das letzte Ereignis dieser Art datiere von Ende Februar 2011, als ein Eisklotz mit 30 Zentimetern Durchmesser in ein Hausdach in Bischofsheim in der Straße Im Flurgraben eingeschlagen war.
Typisch für Eis, das Flugzeuge verlieren könnten, sei das so genannte Blue-Ice, das chemische Flüssigkeiten aus den Toiletten enthalte. In der Vergangenheit hätten fehlerhafte Dichtungsringe in Einzelfällen dazu geführt, dass blau schimmernde Eisklötze von Flugzeugen auf die Erde gestürzt seien. Dieser Fehler sei jedoch erkannt und habe abgenommen.
Fraport haftet nicht, reguliert aber Schäden
Fraport hafte grundsätzlich in diesen Fällen nicht. Man handele jedoch schnell und unbürokratisch und wolle der Sache auf den Grund gehen. Wie auch bei Verdacht auf Wirbelschleppen begleiche man Schäden durch Flugzeug-Eis auf Kulanzbasis.
Dass eine Flörsheimerin am Fraport-Beschwerdetelefon die Auskunft erhalten hatte, es gebe häufiger Vorfälle mit herabstürzendem Eis, das sich beispielsweise beim Ausfahren der Räder an den Fahrwerksschächten löse, wies Hulick als eine freie Interpretation zurück. Dabei handele es sich nicht um offiziell bestätigte Erkenntnisse.

