Von Daniel Rudolf
TURNIER Schach und Doppelkopf in einem Wettbewerb / Kultveranstaltung im Eppsteiner Bürgerhaus
Wenn einer der neun Männer am Samstagnachmittag eine „Hochzeit“ anmeldete, dann bekam er von seinen Kollegen keine Glückwünsche, sondern durfte die ersten drei Stiche selbst spielen. In der Kartenspieler-Sprache bedeutet eine „Hochzeit“, die bei einem Blatt mit beiden Kreuz-Damen angemeldet werden kann, nämlich keine romantische Zeremonie, sondern einen Spieltyp, der entweder als Trumpfsolo oder als Normalspiel gezählt wird. Beim 20. Schach-Doppelkopfturnier der SVG 1932 Eppstein mussten die Teilnehmer ihr strategisches Geschick jedoch nicht nur beim Kartenspielen beweisen, sondern auch beim Blitzschach einen kühlen Kopf bewahren.
„Wir alle sind seit Jahren passionierte Schachspieler. Bei diesem Turnier verbinden wir diese Sportart mit unserem anderen Hobby: Dem Kartenspielen“, erklärte Roger Fischer, der Zweite Vorsitzende des Eppsteiner Schachvereins. Gespielt wurde im vereinseigenen Raum im Eppsteiner Bürgerhaus zunächst eine Doppelkopf-Vorrunde mit einer Gesamtspielzeit von knapp zwei Stunden pro Tisch. Im Anschluss duellierten sich die Teilnehmer in einer Blitzschach-Runde, bei der jeder Spieler nur maximal fünf Minuten Bedenkzeit für jede Partie hatte, bevor der Sieger letztlich in einer ebenfalls zweistündigen Doppelkopf-Endrunde ermittelt wurde. Um für die Denksport-Runden bei Kräften zu bleiben, stärkten sich die Teilnehmer in den Pausen mit Kaffee und Kuchen.
Dass das Turnier der Eppsteiner Schach-Freunde, das zweimal jährlich jeweils im Frühjahr und Herbst ausgetragen wird, mittlerweile im ganzen Rhein-Main-Gebiet bekannt ist, ließ sich bereits am Teilnehmerfeld erkennen. Neben den Vereinsmitgliedern Roger Fischer, Michael Bergold, Dieter Ehling, Udo Hipler, Hans-Dietmar Schnabel sowie Alexander Sehr, der als viermaliger Sieger den Medaillenspiegel des Turniers anführt, nahmen auch Gäste aus Wiesbaden, Höchst oder Frankfurt teil. Vorjahressieger Sven Perlitz aus Nied wollte auch in diesem Jahr wieder seinen Titel verteidigen. „Normalerweise haben wir bei unserem Turnier bis zu 15 Teilnehmer. Wegen mehrerer Absagen sind es aber leider bei unserem Jubiläumsturnier nur zehn Mitspieler“, erklärte Fischer, der bisher an fast allen Schach-Doppelkopf-Turnier teilgenommen hat und in der ewigen Bestenliste den dritten Platz belegt.
Nach einer Spielzeit von knapp sechs Stunden stand der Sieger des 20. Schach-Doppelkopf-Turnier schließlich fest: Frank Westphal wird den Wanderpokal der Eppsteiner Schachvereinigung für mindestens ein halbes Jahr nach Höchst entführen. In spannenden Spielrunden kämpfte sich Westphal vom vierten bis auf den ersten Platz vor und verwies den Vereinsvorsitzenden Alexander Sehr und Jörg Rutkowski von der Schachvereinigung Frankfurt-Griesheim auf die Plätz zwei und drei. Das nächste Schach-Doppelkopf-Turnier wird voraussichtlich im Oktober oder November 2011 stattfinden.

