Rock am Ring künftig in Mainz? Lieberberg: Finthen bei Suche nach Alternativstandorten ganz oben
20.06.2012 - MAINZ
Von Jens Frederiksen
Rock am Ring könnte auf den Flugplatz Mainz-Finthen verlegt werden, wenn bis Ende Juli keine Einigung über die Fortführung des Festivals am Nürburgring erzielt wird. Gegenüber dieser Zeitung erklärte Marek Lieberberg, Leiter der veranstaltenden Agentur, dass unter den Alternativen zum Nürburgring das Gelände in Mainz-Finthen für ihn ganz oben rangiere. Allerdings wies er darauf hin, dass er derzeit mit einer Neuauflage des Festivals am Nürburgring rechne.
Lieberberg hatte bei einem Pressegespräch Anfang der Woche bemängelt, es gebe am angestammten Ort keine „Planungssicherheit“ für die seit 1985 in der Eifel stattfindende Veranstaltung, die jährlich zwischen 75.000 und 85.000 Besucher anzieht. Hintergrund ist der Streit zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und der Betreibergesellschaft des Nürburgrings, deren Vertrag gekündigt wurde, die dieser Kündigung aber widersprochen hat – mit der Folge, dass die „Verfügungsgewalt“ über den Nürburgring einer Klärung harrt.
Als Marek Lieberberg daher bei seinen Bemühungen um einen Rock-am-Ring-Termin für das Jahr 2013 von Seiten der Landesregierung aufs Jahresende vertröstet wurde, schlug er Alarm und fasste Ausweichorte ins Auge.
Einziger "Mitbewerber" ist der Hockenheimring
Für Lieberberg stehen lediglich der Hockenheimring und der Finther Flugplatz zur Debatte. Wie immer das aktuelle Ringen um den Nürburgring als Veranstaltungsort ausgeht – eine Machbarkeitsstudie für die Eignung von Mainz-Finthen will er in jedem Fall auf den Weg bringen. „Mainz ist eine attraktive Stadt für ein solches Event“, so Lieberberg wörtlich. Die Idee sei allemal „spannend“ – schließlich habe man im vergangenen Jahr mit dem Bob-Dylan-Auftritt und vor zwei Jahren mit dem Konzert der Gruppe Green Day schon mal Erfahrungen sammeln können – und die seien durchweg positiv.
Die Suche nach einem Ausweichort beweise im Übrigen, so Lieberberg, dass seine Äußerungen vom Wochenbeginn keine bloße Drohgebärde gewesen seien. Ihn treibe die ehrliche Sorge um das Fortbestehen des Festivals. Inzwischen hat deshalb auch ein Telefonat mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz stattgefunden.
In einer gemeinsamen Erklärung hieß es am Mittwoch, das Land werde „alles“ dafür tun, „um dieses Kultfestival als Aushängeschild des Nürburgrings zu sichern“. Bis Ende Juli, so Lieberberg, vertraue er auf diese Aussage. Dann müssten Taten folgen.


