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Wiesbadener Kurier

Wiesbaden 

Chaos bei Uni-Zulassung: Auch in Mainz langwierige Nachrückverfahren

04.02.2010 - MAINZ / FRANKFURT

Von Stefanie Widmann

Die Studienplatzvergabe an den deutschen Universitäten klappt immer noch nicht, daran hat auch die Einrichtung einer Studienplatzbörse nichts geändert. Am Mittwoch wurden Daten aus einem „vertraulichen“ Bericht der Kultusministerkonferenz bekannt, wonach es an manchen Hochschulen bis zu acht Nachrückverfahren gegeben hätte und manche Studenten erst vier Wochen nach Semesterbeginn ihr Studium hätten aufnehmen können.

„Das Problem der nicht abgeglichenen Mehrfachbewerbungen und langwierigen Nachrückverfahren betrifft auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz“, bestätigte am Mittwoch Petra Giegerich, die Pressesprecherin der Hochschule. Im Wintersemester 09/10 habe es an der Universität Mainz noch 67 Studienplätze in universitätsintern zulassungsbeschränkten Studiengängen gegeben, die unbesetzt blieben. Dabei handele sich nicht um Studiengänge mit hohem Nummerus Clausus (NC). Betroffen seien vielmehr vor allem große Studiengänge wie zum Beispiel der Bachelor Wirtschaftswissenschaften, Bachelor Biologie, der Bachelor Germanistik oder die Rechtswissenschaften.

Erst mit zwei Wochen Verspätung Studium begonnen

„Bei der Zählung der unbesetzten Studienplätze sind 99 Plätze in Studiengängen, die zwar zulassungsbeschränkt waren, für die aber alle Bewerber zugelassen wurden, nicht berücksichtigt, da man unserer Ansicht nach in diesen Fällen nicht von ‚begehrten Numerus-clausus-Fächern‘ sprechen kann“, erläuterte Giegerich die Zahlen.

Auch in Mainz konnten ob des Zulassungsverfahren einige Studenten erst mit zwei Wochen Verspätung ihr Studium beginnen. Bei einigen Studiengängen sei das Zulassungsverfahren bis zum 11. November gelaufen, davon sei allerdings nur „ein kleinerer Teil der Studierenden“ betroffen. „Die meisten Studierenden erhielten ihren Zulassungsbescheid frühzeitig, im Hauptverfahren seien sie zwischen dem 7. bis 14. August verschickt worden. Insgesamt war Mainz mit acht Studiengängen an der Studienplatzbörse beteiligt.

Experten: Vier Wochen vor Semesterbeginn muss alles klar sein

In Frankfurt waren am Mittwoch kurzfristig keine Zahlen zu bekommen, „da sich das Zulassungsverfahren für die Goethe-Universität momentan in der Nachfrist befindet und wir die Zahlen immer erst nach Abschluss des Rückmeldeprozesses erhalten“, hieß es in der Presseabteilung.

Dem Bericht zufolge waren vier Wochen nach Beginn des Wintersemesters immer noch „mindestens 18.000 Studienplätze“ in begehrten Numerus-clausus-Fächern unbesetzt. Nach Expertenansicht müssten Studierende mindestens vier Wochen vor Studienstart wissen, ob und wo sie anfangen zu studieren, um sich eine Bleibe suchen und auf das Studium vorbereiten zu können.

Ein Hörsaal. Symbolfoto: dpa

Ein Hörsaal. Symbolfoto: dpa


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