Fragen überwiegen beim Vizemeister
02.06.2010 - WIESBADEN
Von Ulrich Schwaab
NACHGEFRAGT Zukunft von Dörendahl und Schumann beim VCW weiter offen / Exner sucht Vorsitzenden
Bis Ende Mai wollte Volleyball-Bundesligst VC Wiesbaden Klarheit darüber besitzen, was aus Libera Linda Dörendahl und Mittelblockerin Jana Schumann wird. Der Mai ist vorbei, aber eine Lösung ist noch nicht gefunden. Geschäftsführer Detlev Sieber wollte gar „keine Aussage“ zu den beiden Spielerinnen treffen. Kommt Natalia Cukseeva?
Manager Achim Exner hingegen deutete an, dass es im Fall von Schumann zu einer Trennung kommen wird: „Ich gehe davon aus, dass mit Jana ein Aufhebungsvertrag zustande kommt.“ Von der Mitte Mai gezeigten Entschlossenheit will Exner allerdings abrücken. „Der VCW ist an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, sagt der auf Bonnaire weilende Manager. Beide Spielerinnen waren gestern für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen. So bleiben weiterhin mehr Fragen als Antworten beim VC Wiesbaden. Linda Dörendahl steht weiterhin auf der Transferliste der Deutschen Volleyball-Liga. Hinter ihrem Namen prangt der Vermerk: „Vertrag sofort auflösbar.“
Einerseits hat der VCW keinen Grund, übereilte Entscheidungen zu treffen. Insoweit ist es unproblematisch, sich bei Personalfragen Zeit zu lassen. Andererseits drängte der VCW darauf, sich zügig von den beiden betroffenen Spielerinnen zu trennen. Jetzt tritt der Verein auf die Bremse, was Fragen aufwirft. Unterdessen könnte der erste Neuzugang des VCW perfekt sein. Außenangreiferin Natalia Cukseeva ließ sich von der aktuellen Transferliste streichen. Die 20-jährige Außenangreiferin vom Tabellenletzten SV Lohhof könnte beim VCW Nationalspielerin Nadja Schauss ersetzen. Auch der Rücktritt des Ersten Vorsitzenden Rudi Glas bringt den VCW in Handlungszwang. Am 29. Juni soll auf einer Mitgliederversammlung ein Nachfolger für Glas gewählt werden. Exner glaubt, passende Kandidaten zu besitzen: „Ich gehe davon aus, den Mitgliedern jemanden präsentieren zu können.“ Namen sind derzeit keine im Gespräch.
Vielmehr sorgt sich auch Hauptsponsor ABS um den deutschen Volleyball-Vizemeister. „Uns gefällt das nicht, was da passiert“, sagt Dieter Klindworth. „Deutliche Worte“ habe der Hauptsponsor gegenüber der VCW-Führung gefunden und dem Verein in einem Schreiben mitgeteilt, was dieser zur Lösung seiner Organisations- und Führungsprobleme zu tun habe.

