Studium und Spitzensport
08.02.2012 - WIESBADEN
Von Sebastian Poser
NACHGEFRAGT Hochschule Rhein-Main sorgt für perfekte Rahmenbedingungen
Es ist die Mischung, die es so angenehm macht. Die Symbiose aus Studium und Spitzensport, aus geistigen und körperlichen Höchstleistungen. Es ist das duale Studium, was nicht nur Hessens Spitzensportlern den Weg in die Zukunft weist. Neben Sportfördergruppen von Polizei und Bundeswehr sind es die Hochschulen mit intensiver Sportlerbetreuung, die das Gros der Athleten bei den vergangenen Olympischen Spielen stellten. Und immer mehr im Kommen sind. Als Partnerhochschulen des Spitzensports tragen Bildungsinstitute wie die in Wiesbaden und Rüsselsheim beheimatetet Hochschule Rhein-Main zur (nahezu) perfekten Förderung der deutschen Sportelite bei - im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Sportlern Rücken freihalten
Und die bestehen in Wiesbaden vor allem darin, Leichtathleten, Volleyballern oder Kampfsportlern zum Wohle ihrer Trainings- und Wettkampfpläne den Rücken freizuhalten. „Mit sportlicher Förderung an sich haben wir nichts zu tun“, sagt Wiesbadens Hochschulsportbeauftrager Klaus Lindemann, „wir versuchen nur, Termine aus Sport und Studium zu koordinieren.“ Und schaffen so angenehme Rahmenbedingungen für die Spitzensportler. „Ich bin wahnsinnig zufrieden hier, weil ich ein absolutes Entgegenkommen seitens der Hochschule spüre“, sagt Weltklasse-Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel, der in Wiesbaden Architektur studiert. „In der Schule“, sagt der für Eintracht Franfurt startende Leichtathlet, „hat völlig das Verständnis für meinen Sport und den dafür nötigen Trainingsaufwand gefehlt. Trainingslager und Klausuren waren kaum zu vereinbaren. Im Studium bin ich dagegen viel flexibler.“
Zudem liefern die Studiengänge auch die von vielen Spitzensportlern gewünschte geistige Herausforderung als Ausgleich zu ihren täglich zu erbringenden körperlichen Höchstleistungen. Anders als beispielweise in den Fördergruppen der Bundeswehr: „Dort hatte ich eine zweimonatige Grundausbildung. Danach war ich freigestellt, habe zu Hause rumgesessen und praktisch nur auf meine Trainingszeiten gewartet“, sagt Eintracht Frankfurts Siebenkämpferin Claudia Rath, die nach ihrem Abstecher zur Bundeswehr in Wiesbaden ein Studium im Fachbereich Sozialwesen begonnen hat.
Der Weg an eine sportaffine Hochschule, er ist „für Spitzensportler der Weg der Zukunft“, sagt Arnulf Rücker, Laufbahnberater vom Olympiastützpunkt Hessen. Ein Weg, den jetzt schon viele Athleten beschreiten - auch in Wiesbaden. Die Hochschule Rhein-Main wiederum profitiert vom Erfolg der bei ihr eingeschriebenen Athleten: „Das“, sagt Lindemann, „strahlt natürlich auch auf die Hochschule ab und sorgt für einen kleinen Prestigegewinn.“

