20 Minuten am Tag helfen gesund zu bleiben
Körperliche Aktivität sollte einen wichtigen Platz in der Freizeitplanung einnehmen. Mittlerweile gehören in den Fitness-Studios, einst Muskelschmieden der Jungen, auch Senioren zur Stammkundschaft. In der Natur sind sie mit Nordic Walking-Stöcken zu sehen, andere entdecken ihre Liebe zum Golfen. Professor Wolfgang Schlicht, Leiter des Instituts für Sportwissenschaften an der Universität Stuttgart sagt, warum Bewegung im Alter wichtig ist. Professor Schlicht, sind die Senioren von heute aktiver als früher? Schlicht: Es gibt sicher eine aktive Gruppe, wenn man an die Walking-Bewegung denkt. Aber der Eindruck täuscht. Ab 55 Jahren sind tatsächlich nur noch 12 bis 15 Prozent dieser Altersgruppe aktiv. Warum ist das so? Schlicht: Die Überwindung, wieder aktiv zu werden, wird täglich schwerer. Jede noch so kleine Barriere im Alltag ist die willkommene Ausrede, keinen Sport zu treiben. Wir arbeiten gerade an einem Forschungsprojekt, das genau diese Barrieren untersucht. Sport treiben ist für viele Ältere immer noch verbunden mit dem Anspruch Leistung zu erbringen und das trauen sie sich nicht zu. Deswegen benutzen wir lieber den Begriff körperliche Aktivität. Was gilt denn als wirksame sportliche Aktivität? Schlicht: Täglich 20 bis 30 Minuten in flottem Tempo spazieren gehen, also 10 bis 12 Minuten pro Kilometer. In der Tat legt die Gesamtbevölkerung aber keine zwei Kilometer in der Woche zu Fuß zurück. Alles was die Ausdauer und die Kraft auf moderate Weise fördert, ist sinnvoll. Was kann Sport bewirken? Schlicht: Eine 30-prozentige Minderung des Risikos einen Herzinfarkt zu erleiden, an Altersdiabetes oder Darmkrebs zu erkranken - das ist ein gutes Argument für regelmäßige körperliche Aktivität. Außerdem steigert dies die Lebensqualität und das Wohlbefinden: Die Menschen werden selbstbewusster, haben ein Gefühl der Kontrolle und Autonomie. Das Gespräch führte Annette Jäger.

