Von Lars Hennemann
Das Bieter-Rennen um Opel geht in die Schlussphase. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz glaubt weiterhin an einen Zuschlag für den kanadisch-österreichischen Konzern Magna. Weitere Details verrät Franz in einem Interview mit dem Wiesbadener Kurier.
Herr Franz, wird Opel im Jahr 2015 noch Autos bauen?
Natürlich, und Opel wird ein führender Anbieter für Elektromobilität sein.
Aber wichtiger noch: Opel wird weltweit wieder als Marke seinen Platz haben.
Worauf gründet sich Ihre Zuversicht?
Auf die Kenntnis des Produktportfolios, der Menschen bei Opel und der nachhaltigen Zukunftspläne.
Wer wird denn nun bald bei Opel das Sagen haben: Magna, BAIC oder doch die alte Mutter GM?
Wenn nach Bewertung des überzeugendsten industriellen Konzeptes entschieden
wird: Magna, ohne Rückkaufoption von GM. Opel wird eigenständig, mit Anteilen von GM, Magna, Sberbank und den Mitarbeitern.
Magna ist weiterhin Favorit im Rennen. Ist eine Einigung bis Mitte Juli noch realistisch?
Ich hoffe. Für die Beschäftigten ist es zurzeit unerträglich, welche taktischen und politischen Gefechte und welches Gezocke auf ihrem Rücken ausgetragen werden.
Am Ende werden die Kunden über das Schicksal Opels entscheiden. Mit welchen Autos wollen Sie in den nächsten drei Jahren bestehen?
Mit dem Auto des Jahres, dem Insignia, dem neuen Astra und dem neuen Meriva. Ab 2011 mit unserem Technologie-Leuchtturm, dem Elektro-Auto Ampera mit rund 500 Kilometer Reichweite sowie einem vollkommen neuen Auto auf einer Mini-Plattform.
Das mit Sicherheit spannendste Opel-Projekt ist der Ampera. Hat Opel noch Zugriff auf diese Technologie oder liegen die Rechte weiter bei GM?
New Opel wird auf alle Technologien, nicht nur auf Batterietechnik, vollen Zugriff haben. Wir tragen ja auch in unserem Forschungszentrum in Mainz-Kastel erheblich zur Grundlagenentwicklung bei.
Sind die Sberbank und GAZ wirklich verlässliche Partner, oder kauft sich Opel hier nicht die nächsten Probleme ein?
Das kann ich im Moment noch nicht beurteilen. Ich hatte noch keine Gelegenheit, die handelnden Personen kennen zu lernen. Aber was ist heute im Wirtschaftsleben schon problemlos.
Sind die russischen Partner nicht einfach nur am Opel-Know-how interessiert? Wie wollen Sie einen Technologieabfluss mit anschließendem Arbeitsplatzabbau in Deutschland verhindern?
Die Beteiligten an diesen Verhandlungen, Staat, GM und Arbeitnehmer, haben eindeutige Interessen. Die müssen vertraglich gewahrt werden. Ich sehe aber auch eine große Chance im dem russischen Partner. Unser Know-how ist in den Köpfen unserer Menschen. Die sitzen in Rüsselsheim und nicht in Togliatti.
Welche Auswirkungen haben die Pläne des Magna-Konsortiums auf den Standort Rüsselsheim, vor allem auf die Arbeitsplätze?
Rüsselsheim ist das Herz der Marke. Das Entwicklungszentrum und das Werk haben eine hervorragende Zukunft. Es war richtig, dass die Arbeitnehmer 1998 das neue Werk mit durchgesetzt haben. Ich gehe davon aus, dass wir nach einer Übergangsproduktion von Buicks für USA und Teilen des neuen Saab 2011 eine zusätzliche Architektur bekommen.
Für viele, darunter auch GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster, sind Sie das Gesicht, das in den letzten Monaten gezeigt hat, dass Opel lebt. Sind Sie nicht irgendwann müde, immer und immer wieder ein Unternehmen zu retten, wie Sie es seit Jahren tun?
Meine Familie, die Menschen und mein Team geben mir die Kraft. Opel ist mein Leben. Ich bin für Opel eben ein Überzeugungstäter.
Was würden Sie einem VW-Schichtarbeiter antworten, wenn er Sie fragen sollte, warum Opel staatliche Unterstützung bekommt?
Weil 1992 der Staat VW geholfen hat und das Unternehmen mit 20 Prozent Staatsbeteiligung gut fährt.
Was war Ihr erster eigener Opel?
Ein Rekord Caravan wegen der Kinder. Der wurde übrigens noch 15 Jahre von einem Bauschheimer Landwirt zur Zufriedenheit gefahren.
Und Ihr liebster?
Natürlich ein schwarzer Calibra 4x4.


Versagt
Was hat Franz in der Vergangenheit für OPEL getan.
Ganz einfach: an GM verhökert.
Für einen Neuanfang nicht geeignet.
Die USA wird Forderungen stellen.
Daher Opel weiter gefährdet.