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Wiesbadener Kurier

 

Mchael Wolski bestreitet Mitwisserschaft seiner Frau bei Steuerhinterziehung

03.11.2009 - DARMSTADT

(dpa/lhe) Im spektakulären Prozess um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe hat der angeklagte Rechtsanwalt Michael Wolski jede Verquickung von Hessens ranghoher Juristin Karin Wolski zurückgewiesen. „Ich habe meine Frau in dem guten Glauben gelassen, alles sei in Ordnung, obwohl nichts in Ordnung war“, sagte der 61-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Darmstadt. „Jetzt muss sie die Last meiner Fehler mittragen.“ Die 59-Jährige ist Richterin am Hessischen Staatsgerichtshof. Gegner werfen ihr vor, von den ihrem Mann zur Last gelegten Machenschaften gewusst zu haben. Der 61-Jährige soll laut Anklage in den Jahren 1999 bis 2003 Einkommen- und Umsatzsteuer in Höhe von fast 2,6 Millionen Euro hinterzogen haben.

Michael Wolski betonte, er habe keine Steuern hinterziehen wollen. „Ich habe dem Thema aber nicht die nötige Beachtung geschenkt.“ Er räumte ein, Steuererklärungen verspätet abgegeben zu haben. Weil das Finanzamt sein Einkommen geschätzt habe, habe er „mehr Steuern gezahlt, als wenn ich Erklärungen abgegeben hätte“, schilderte er seine Sicht der Dinge. Grund sei beruflicher Stress gewesen. Er habe für ein reiches Frankfurter Immobilien-Ehepaar gearbeitet, von dem er dafür hohe Geldbeträge bekommen habe.

Schwer belastet durch Herzkrankheit

Wolski, der seine 32 Minuten dauernde Aussage vom Blatt ablas, sagte, sein Einsatz für das Frankfurter Unternehmen sei „über das normale Maß eines Rechtsanwaltes weit hinausgegangen“. Er sei als Gesellschafter in die Firma eingetreten und habe mit Millionen-Beträgen gebürgt – dies alles, um die Banken in schwierigen Jahren gnädig zu stimmen. „Ich stellte mich völlig in den Dienst dieser Aufgabe, was zur Vernachlässigung meiner steuerlichen Pflichten führte.“

„Ich habe in einer eigenen Welt gelebt“, schilderte der 61-Jährige. Der „Dauerstress ohne Urlaub“ habe ihn schwer herzkrank werden lassen. Diese Zeit mit mehreren komplizierten Operationen sei für ihn „ein Grenzerlebnis“ gewesen. Seit 2005 habe er einen Steuerberater, seitdem seien die Bücher in Ordnung. „Ich bin kein Schwerverbrecher“, beteuerte Wolski.

„Die Einlassung des Angeklagten hat nichts Neues gebracht“, sagte Staatsanwalt Gerhard Pfeil in einer Verhandlungspause. „Die Anklage geht von anderen tatsächlichen Verhaltensweisen aus.“ Für den Prozess sind bis Mitte Dezember noch zehn Verhandlungstage geplant.geschenkt.“ Grund sei Stress gewesen.


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