Richtfest für Druckerei in Rüsselsheim: Ein klares Bekenntnis zur Zeitung
19.03.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Alexandra Dehne
Äußerlich schon fast fertig, im Inneren noch fast gänzlich leer. So präsentierte sich die neue Druckerei der Verlagsgruppe Rhein Main (VRM), in der auch diese Zeitung erscheint, und des Medienhauses Südhessen in Darmstadt am Donnerstagnachmittag beim Richtfest über 300 Bauarbeitern und geladenen Gästen. Im Rüsselsheimer Gewerbegebiet „Blauer See“ soll im November eine der modernsten Druckereien Deutschlands in Betrieb gehen.
„Kleinliche Gebäude beherbergen kleinliche Gedanken.“ Mit diesem Zitat des US-Großindustriellen Rockefeller zog Jürgen Schwefel, Geschäftsführer der mit dem Bau beauftragten Gustav Epple GmbH aus Stuttgart, einen passenden Vergleich zum neuen Druckzentrum. Denn die Dimensionen des 24 Meter hohen Gebäudes sind immens. Schließlich sollen hier jede Nacht auf insgesamt vier Drucklinien rund 330.000 Tageszeitungsexemplare der beiden Verlage produziert werden. Schwefel lobte die Weitsicht, mit der die Verlage durch ihre Kooperation auf die „bestehenden Zwänge der Branche“ reagiert hätten und somit eine nachhaltige Entwicklung sicherten.
Die Kooperation der Verlage in der Druckzentrum Rhein Main GmbH sei „Teil der Zukunftsfähigkeit der beiden Häuser“, betonte Hans-Georg Schnücker, Sprecher der VRM-Geschäftsführung. Das „Bekenntnis zu Print“ sei auch für den Kitt in der heutigen Gesellschaft wichtig. Zeitungen ordneten das Geschehen ein, kommentierten es und gäben den Menschen Halt. Für Dr. Hans-Peter Bach, Verleger der Echo-Zeitungen im Medienhaus Südhessen, ist Rüsselsheim der „optimale Standort“, weil er zwischen den beiden Sitzen der Verlage in Mainz und Darmstadt liege. Sozusagen am Zusammenfluss von Rhein und Main, wie es auch Bauunternehmer Jürgen Schwefel formulierte.
Bauarbeiten liegen im Zeitplan
Nicht nur die Dimensionen des Druckzentrums sind immens, sondern auch die Bauzeit ist äußerst ambitioniert. Trotz des ungewöhnlich langen und harten Winters seien die Arbeiten im Zeitplan, sparte keiner der Redner mit Lob für die Bauarbeiter. Auch Oberpolier Karl Bonnet sprach in seinem Richtspruch von einem „ganz besonderen Baugeschehen“, angesichts der Gebäudemaße und der Witterung. Selbstverständlich fiel der Richtkranz daher auch entsprechend groß aus.
Ein weiterer Meilenstein ist für den 10. Mai geplant. Dann sollen die vier Rotationsmaschinen aus der Schweiz angeliefert werden. 87 Lastwagen sind notwendig, um sozusagen das Herzstück an seinen Bestimmungsort zu bringen. Die Weiterverarbeitungsanlagen kommen aus Dänemark.
Trotz der Größe sei es ein Haus der kurzen Wege, um die Abläufe optimal zu gestalten, erläuterte Ulrike Köhler, Geschäftsführerin des Druckzentrums. Es sei jedoch nicht nur funktionell gut geplant, sondern auch architektonisch. Architekt und Generalplaner ist die Firma BM+P aus Düsseldorf. Rüsselsheims Oberbürgermeister Stefan Gieltowski bezeichnete es als „Landmarke“, die man im Vorbeifahren von der angrenzenden Autobahn 60 sehen könne. Durch die Glasfronten wird sogar von außen ein Blick auf die Produktion möglich sein. Die Nutzung der Abwärme der Druckmaschinen zur Warmwassererzeugung ist eine Maßnahme für einen ressourcenschonenden Betrieb. Trotz leistungsfähigerer Maschinen ist der Energieverbrauch deutlich geringer als in beiden derzeitigen Druckereien in Mainz und Darmstadt.

