SEK-Einheit stürmt Wohnung: Zwei junge Räuber in Worms festgenommen
10.09.2010 - WORMS
Von Roland Keth
Ob die Gangster nun mit einer Panzerfaust in eine Bank stürmen oder „nur“ eine Schreckschusspistole benutzen, um ihre Opfer einzuschüchtern: Hier wie da handelt es sich um schweren Raubüberfall. Und deshalb müssen die beiden 18- und 19-jährigen jungen Wormser, die die Kripo dieser Tage festsetzte, mit Gefängnisstrafen „nicht unter fünf Jahren“ rechnen.
„Die haben sich ein stückweit ihr Leben ruiniert“, schüttelte am Donnerstag Thomas Demmerle, der neue Leiter im Eigentums-Kommissiariat K5 der Wormser Kripo, den Kopf, als er und Kripo-Chef Michael Dommermuth stolz von der Aufklärung dreier Raubüberfälle im April berichteten. Erschütternd: Beide Straftäter stammen aus bürgerlichen Elternhäusern, der 18-Jährige wollte sogar seinen Realschulabschluss machen, der 19-Jährige hat eine Berufsausbildung im Einzelhandel vorzuweisen.
Aber beiden fehlte es offensichtlich am nötigen Kleingeld. Deshalb wurden sie zu Kriminellen, deshalb überfielen sie zunächst einen 21-jährigen Studenten nachts in der Kastanienallee, danach einen Minicar-Fahrer in der Straße „Im Winkel“, ehe sie einem Kassierer einer Tankstelle in der Mainzer Straße die Pistole unter die Nase hielten.
Leer ausgegangen
Tragisch aus Sicht der jungen Ganoven: Bei dem Minicar-Fahrer gingen sie vollkommen leer aus, im Studenten-Geldbeutel sowie in der Tankstellen-Kasse steckten nur geringe Geldbeträge. Die Folgen allerdings waren gravierend. Am 6. September stürmte eine SEK-Einheit die Wohnung des 18-Jährigen, der sich vollkommen überrascht schnell überwältigen ließ. Bei der Durchsuchung fanden Demmerle und seine Leute „Raubgut“ aus dem Minicar. Damit hatte der junge Mann keine Chance mehr, sich rauszureden, er gab den Überfall zu. Wie die Kripo auf den Wormser kam, wollte Demmerle aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.
Aus einem „Bauchgefühl“ heraus machten die Kripoleute den 18-Jährigen auch für den Tankstellen-Überfall verantwortlich. Mit Erfolg, wenig später räumte der junge Mann auch diese Straftat ein. Mehr noch: Er nannte der Kripo, die ihn in die Zange nahm, schließlich noch den Namen seines Komplizen, der anschließend ebenfalls überraschenden Besuch bekam. Bei der Durchsuchung in dessen Wohnung fanden die Beamten den Ausweis des überfallenen Studenten – und damit war auch der dritte Raubüberfall geklärt.
Die beiden jungen Ganoven waren vorübergehend in Haft, sind mittlerweile allerdings wieder auf freiem Fuß und warten nun, dass ihnen der Prozess gemacht wird. „Wir haben alle Beweise gesichert, es besteht keine Fluchtgefahr“, erläuterte Dommermuth. „Und da die beiden auch einen festen Wohnsitz besitzen, bestand kein Grund, sie in Untersuchungshaft zu lassen.“

