Genervt vom Bahnlärm: 65-Jähriger aus Bacharach schickt Bombendrohung
14.07.2010 - BACHARACH
Von Conny Haas
Alle paar Minuten donnert ein Zug – häufig ein schwerer Güterzug – am Anwesen eines 65-jährigen Mannes in Bacharach vorbei. Tagein, tagaus. Und dann kommen weitere hinzu, weil auf der hessischen Rheinseite Bauarbeiten dazu führen, dass die Züge linksrheinisch umgeleitet werden. Verständlich, dass der Mann irgendwann genervt ist. Das Problem: In einer schwachen Minute hat besagter 65-Jähriger seinem Ärger Luft gemacht und der Bahn per E-Mail mit einer Bombe gedroht. So geschehen am Dienstagvormittag. Jetzt muss er sich wegen Androhung von Straftaten in der Öffentlichkeit verantworten.
„Der 65-Jährige hat sich über den Bahnlärm gefrustet gezeigt, war sich aber der Auswirkung seines Schreibens nicht bewusst“, erklärte am Mittwoch der ständige Vertreter des Leitenden Oberstaatsanwaltes, Michael Brandt, gegenüber unserer Zeitung. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass der E-Mailschreiber seine volle Adresse hinterlassen hatte und so selbst zur Aufklärung beitrug. „Er war sofort geständig“, sagt Maichel Brandt.
Freiheits- oder Geldstrafe drohen
Das schützt aber natürlich nicht vor Strafe. Eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe stehen im Raum. Immerhin hatte der Mann für ein Großaufgebot der Polizei in Bacharach gesorgt. Beamte der Bundespolizei sowie der Dienststelle Bingen und einige Spürhunde waren den ganzen Tag über im Einsatz.
Ob sich der ältere Herr aus Bacharach auch bei Organisationen gegen den Bahnlärm engagiert und ob der Mann bereits der Polizei bekannt ist, konnte Staatsanwalt Brandt gestern nicht sagen. Auch Angaben über den Beruf und die Persönlichkeit wurden nicht gemacht. Nur so viel: „Beim Strafmaß wird die Persönlichkeit und der Gesamtsachverstand des Täters berücksichtigt.“ Bleibt also abzuwarten, wie die Sache für den 65-jährigen Bacharacher ausgeht.

