Wissenschaftsrat fordert bessere "Lehrkultur"
BERLIN (dpa) Die Hochschulen brauchen nach Auffassung des Wissenschaftsrates zur Verbesserung der Ausbildungsqualität mehr Geld und eine bessere "Lehrkultur" ihrer Professoren. In seinen neuen "Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium" fordert das Expertengremium 1,104 Milliarden Euro mehr pro Jahr für zusätzliches Personal, Tutorien und Studienberatung sowie für eine bessere Bibliotheksausstattung. Zugleich müsse sich aber auch das Berufsverständnis vieler Professoren ändern, die vorrangig ihre Forschung, zu wenig dagegen die Ausbildung der Studierenden im Blick hätten, heißt es dazu in den Empfehlungen der Experten. Sie liegen der Nachrichtenagentur dpa vor. Der Wissenschaftsrat, der Bund und Länder in der Hochschul- und Forschungspolitik berät, verweist dabei auf eine erschreckende "Schwundbilanz" in vielen Fächern: So wechselt in den Sprach- und Kulturwissenschaften nahezu jeder zweite Student das zunächst gewählte Fach - oder gibt sein Studium ganz auf. In den Ingenieur- und Naturwissenschaften schwankt diese Quote zwischen 37 und 39 Prozent. Von den 260 000 Studienanfängern des Jahres 2001 hat jeder fünfte die Hochschule ohne Abschluss verlassen. Alarmiert ist der Wissenschaftsrat auch deshalb, weil laut jüngstem Bildungsbericht in den neuen, betreuungsaufwendigeren Bachelor-Studiengängen die Zahl der Studienabbrecher entgegen ursprünglichen Erwartungen zunimmt.

