Expertin fordert bessere Schulung für Hundehalter - Hessen soll Vorreiter werden
07.12.2011 - WIESBADEN
Von Ingeborg Toth
Fünf Milliarden Umsatz mit den geliebten Vierbeinern
Inge Büttner-Vogt sieht, dass Hunde ein Wirtschaftsfaktor sind. Um die fünf Milliarden Umsatz werden jährlich mit Hundefutter, Zubehör oder Arzneimitteln gemacht. Aber fast alle Probleme zwischen Herr und Hund beruhten darauf, dass die beiden einfach nicht zueinander passen würden. „Die meisten Leute wählten ihren Hund nach Äußerlichkeiten aus, ohne Rücksicht auf den ursprünglichen Verwendungszweck einer bestimmten Rasse.“ Sie schlägt einen „abgespeckten Hundeführerschein“ vor. „Die künftigen Halter müssten zuerst vom Wesen des Hundes Kenntnis nehmen. Man muss über Rassen und ihre Eigenschaften informieren.“
Der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Dietz, habe die Idee aufgegriffen, sagt Inge Büttner-Vogt. „Er hofft darauf, dass man mit Halterschulung auch Qualzuchten zurückdrängen kann.“ In den Tierarztpraxen drängten sich Möpse und ihre Besitzer, die zusehen müssen, wie Tiere einer unverständlichen Mode wegen kaum Luft bekommen.
Hessen soll Schulung der Halter vorantreiben
Hessen, so Inge Büttner-Vogt, könnte Vorreiter werden für ein Hundeschutzgesetz, in dem Halterschulung vorgeschrieben wird. „Damit könnte man viel erreichen. Etwa, dass die Halter sich mit ihren Hunden beschäftigen.“ Die Hundeexpertin stellt sich vor, dass geschulte Hunde mit einer Plakette ausgezeichnet werden: „Die dürfen dann auch einmal von der Leine gelassen werden. Solche Plaketten gibt es in Hamburg, da dürfen gekennzeichnete Hunde zum Beispiel an der Alster frei laufen.“
Wer bereit sei, eine solche zusätzliche Hundemarke zu erwerben, sollte Privilegien genießen, meint Inge Büttner-Vogt. Für gut erzogene Tiere könnte die Hundesteuer ermäßigt werden. „In gepflegten Parkanlagen ist absolute Leinenpflicht. Im Kurpark zum Beispiel. Hunden mit Plakette könnte man das Freilaufen gestatten – was für den Halter ein Anreiz wäre, zusammen mit seinem Hund zu lernen.“ Die Expertin: „Es ist doch einfach nicht notwendig, dass sich Jogger von Hunden bedroht fühlen oder Fahrradfahrer Angst haben, in die Wade gebissen zu werden. Gegenseitige Rücksichtnahme muss einfach mal festgeklopft werden.“
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