Deutsche Bahn will Nahverkehr in Hessen sicherer und sauberer machen
06.09.2011 - WIESBADEN
Sicher und sauber im Nahverkehr - dafür nimmt die Deutsche Bahn in Hessen mehrere Millionen Euro in die Hand. 2,8 Millionen Euro werden bis 2014 für zusätzliches Sicherheitspersonal ausgegeben, kündigte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, am Dienstag in Wiesbaden an. Mit diesem Geld könne 90.000 Stunden lang Streife gelaufen werden. 1,2 Millionen Euro fließen in die Graffiti-Prävention.
Drei Reinigungen pro Tag
Für die Reinigung der Nahverkehrszüge will die Bahn in den kommenden fünf Jahren 3,7 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. So sollen die Züge künftig dreimal am Tag gereinigt werden. Weitere wichtige Bahnprojekte in Hessen sind auch nach einem Treffen von Landesregierung und Bahn-Spitze in der Schwebe. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) forderte Bahnvorstand und Bund auf, endlich das Nadelöhr zwischen Frankfurt und Fulda zu beseitigen und die Strecke neu zu bauen. Um die Zeit zu nutzen, bis die Finanzierung mit dem Bund geklärt sei, werde Hessen bei der Planung vorarbeiten, kündigte Bouffier in Wiesbaden an.
Bis 2015 werde eine Summe von 2,8 Milliarden Euro in Hessens Bahninfrastruktur investiert. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, nach dem als "Bahngipfel" deklarierten Treffen. Er legte sich aber nicht auf bestimmte Neubaustrecken fest. Stattdessen verwies er vor allem auf die Bedeutung der Bahn in Hessen als Arbeitgeber mit insgesamt 24.000 Angestellten und mehr als 1.200 Auszubildenden. 2013 werde die Zentrale der Logistiktochter DB Schenker nach Frankfurt verlegt.
Bahn setzt auf Lärmvermeidung
"Für uns ist die Bahnstrecke Fulda-Frankfurt von überragender Bedeutung", sagte der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) am Dienstag. Die Strecke brauche vier Gleise, um Fern-, Nah- und Güterverkehr aufzunehmen. Der Bund habe den Ausbaubedarf zwar schon in den 1980er Jahren erkannt, aber bislang sei nichts geschehen. Die Strecke laufe durch "sensibles Gebiet". Deshalb wolle das Land bei der Planung einer Neubaustrecke auch auf die Erfahrungen mit der Mediation zum Ausbau des Frankfurter Flughafens zurückgreifen.
Im Mittelrheintal mit zwei Bahnstrecken voller Güterverkehr setzt die Bahn weiter vor allem auf Lärmvermeidung. "Die Antwort liegt nicht in höheren Schallschutzwänden", erklärte er. Die Bahn werde aber weiter in leisere Güterwaggons investieren. "Kein Wagen soll mehr laufen ohne Flüsterbremse". Für ältere, lärmende Züge, gerade auch aus dem Ausland, werde künftig ein höherer Preis für die Trassennutzung kassiert. Und es werde bis Jahresende für 1,3 Millionen Euro eine Machbarkeitsstudie erstellt, ob eine Verlagerung der Trasse aus dem Tal möglich sei.
Diskussionen um Darmstadt
Zur geplanten Schnellfahrstrecke Frankfurt-Mannheim gab es nach dem Treffen nichts Neues. Bouffier machte das an der nicht abgeschlossenen Diskussion in Darmstadt fest. "Wir haben als Land ein Interesse daran, dass Darmstadt sagt, was es haben will." Die Stadt möchte gern vollständig in die neue Strecke eingebunden werden - das hat der neue Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bekräftigt. Die Bahn würde den Verkehr gern an Darmstadt vorbeiführen. Als Kompromiss waren ein Haltepunkt außerhalb der Stadt oder eine eingleisige Anbindung im Gespräch.
Posch kritisierte, dass der Bund sich nicht finanziell an der sogenannten nordmainischen S-Bahn beteiligen wolle. Sie soll von Frankfurt-Konstablerwache nach Hanau führen. Auch der Fern- und Güterverkehr könnten davon profitieren, sagte Posch.
Grüne sehen keinen Fortschritt
"Wir haben heute viel Lobhudelei vonseiten der Vertreter der Deutschen Bahn AG und der Landesregierung über die gute Zusammenarbeit gehört", erklärten die Grünen. Es gebe aber keine Fortschritte bei wichtigen Schienenprojekten.

